Donnerstag, 27. August 2026

Colorado Trail 2026: 31. Tag

Heute Morgen war es eiskalt. Das Zelt war innen feucht und außen war der Regen zu Eis gefroren. Deshalb fiel mir das Aufstehen wieder schwer. Es war aber wieder wunderschönes Wetter. Beim zusammen packen ging die Sonne auf. 

Um 07:00 wanderte ich los. Alle anderen waren schon weg. Sie wollen den Zug um 11:15 Uhr erreichen. Das ist aber 16km entfernt. Ich nehme es gemütlicher. Kurz geht es noch runter. Dann ein Stück rauf. Aber nicht viel. 


Unterwegs komme ich zu einer Abzweigung. Hier verlässt uns der CDT (Continental Divide Trail). Lange bin ich ihm gefolgt. 
Auch heute ist die Landschaft wieder wunderschön. Ich genieße jeden Schritt. 


Nun geht es sehr lange fast nur runter. Das erste Stück in vielen Serpentinen runter zu einem Bach. Ich komme an einem kurzen Tunnelschacht vorbei. Hier gab es anscheinend mal Minenarbeiter. Ich schaue mir den Tunnel an. 

Etwas weiter unten ist auch eine verfallene Hütte zu sehen. 
Anschließend folge ich dem Weg in eine Schlucht hinein. Die sieht wirklich cool aus. Ich komme mir wie in einem Wildwestfilm vor. 



Eine tolle Schlucht. Der Abstieg ist aber gar nicht so einfach. Es hat viele Steine und man muss aufpassen nicht auszurutschen oder zu stolpern. 





Immerhin gibt es kein Wasserproblem. Unterwegs pflücke ich hin und wieder Himbeeren. Mhm, frische Vitamine! Leider hat es nur sehr wenige. Langsam komme ich wieder in den Wald zurück. Lange Zeit war ich nun oberhalb der Waldgrenze unterwegs. 



An einer Stelle scheint eine Lawine den Wald mitgerissen zu haben. Die Baumstämme stapeln sich über dem Bach. 


Bei einem Bach mache ich eine Pause und fülle meine Flasche auf. Da höre ich plötzlich etwas im Gebüsch. Ein Reh schaut mich an. Es ist schnell wieder verschwunden. Auch Pilze sehe ich heute. Einer lag einfach so am Wegrand. 


Zwischendurch geht es auch mal etwas flacher dahin. Dann komme ich durch ein großes Steinfeld. 

Weiter geht zu zwei kleinen Seen. Dort stehen Zelte. Hierher kommen viele Kletterer. Es hat zwei felsige Berge in der Nähe. 



Langsam ziehen wieder die ersten Wolken auf. Es geht weiterhin runter. In der Ferne höre ich einen Zug pfeifen. Das wird der Zug sein, den die andere Wanderer genommen haben. Ich mache nun meine Mittagspause. 
Der Himmel ist nun ganz bewölkt und es tropft auch ein wenig. Deshalb montiere ich die Regenausrüstung. Es geht noch etwas runter zu einem Tal. Im Tal fließt ein Fluss und es fährt ein Zug durch dieses Tal. Er fährt von Durango nach Silverton durch diese Schlucht. Es soll eine wunderschöne Fahrt sein. Es ist ein Dampfzug mit alten Wagen. Ich muss nun kurz den Schienen folgen und auf der anderen Seite geht es weiter. 



Zwei Rehe überqueren ebenfalls die Schienen. Jetzt fängt es auch an zu regnen. Langsam habe ich den Regen satt. Ich höre auch den ganzen Nachmittag lang den Donner. Es blitzt aber nicht. Außerdem geht es für mich in den Wald hinein. Nun folgt ein langer Aufstieg. Immerhin ist es nicht so steil. Es geht in Serpentinen rauf. Zwischendurch habe ich auch mal eine Aussicht ins Tal. 


Es regnet immer wieder, aber nicht die ganze Zeit. Irgendwann erreiche ich eine Wiese und es geht aus dem Tal raus. Hier sehe ich weit entfernt drei Rehe. Weiter oben sehe ich dann zwei Rehe sehr nahe. 


Immer noch geht es rauf. Dann sehe ich oberhalb von mir eine Rehkuh mit zwei Kitzen. So süß. Damit waren es heute 11 Rehe! Ein paar Serpetinen geht es noch rauf und dann bin ich endlich auf dem Molas Pass angekommen. Hier führt eine Straße vorbei. Ich stelle mich hin und mache Autostop. So gegen 17:00 Uhr kam ich an. Es regnet immer noch und dazu bläst hier auch noch der Wind. Es kommen nur sehr wenige Autos in meine Richtung. Und keines hält an. Nun kommen mir tatsächlich ein paar Tränen der Verzweiflung. Kurz macht der Regen eine Pause. Schnell ziehe ich meine warme Jacke an. Schon besser. Und der Regen fängt wieder an. Endlich nach einer halben Stunde hält eine Frau an und nimmt mich mit. Bald darauf erreichen wir Silverton. Im Motel stelle ich mein Gepäck ab und dann gehe ich einen Burger essen. Dann geht es unter die Dusche und ins Bett. Endlich hat auch der Regen aufgehört. 

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