Sonntag, 6. September 2026

Colorado Trail 2026: 39. Tag

Heute hieß es früh Aufstehen. Um 02:00 Uhr stand ich auf. Nach dem Frühstück packte ich den kleinen Rucksack und alles andere ließ ich im flachen Zelt zurück. Die Stöcke nehme ich natürlich auch mit. Deshalb flaches Zelt. Um 02:50 Uhr bin ich Abmarsch bereit. In der Wanderapp wird der Aufstieg mit etwas mehr als vier Stunden angegeben. Mit Stirnlampe laufe ich durch den dunklen Wald. Bald geht es steil rauf. Immer wieder hat es auch Tritte. Zum Teil sehr hohe. Über mir funkeln die Sterne und der Mond scheint. Eine wunderbare Nacht. Und so still. 


Endlich erreiche ich die Waldgrenze und nun habe ich eine bessere Aussicht. Zwischendurch ist der Himmel mal ganz bedeckt. Es klart aber zum Glück schnell wieder auf. Ich mache immer wieder kurze Pausen. Es ist zu kalt für lange Pausen. Es geht mal steil, mal flacher, immer weiter hoch. Im Weg liegen viele Steine und es hat immer wieder Stufen. Trotzdem komme ich erstaunlich gut voran. Ich scheine inzwischen einiges fitter zu sein als am Anfang der Wanderung. Natürlich ist es auch angenehmer ohne schweres Gepäck. 
So erreiche ich den Gipfel schon um 06:00 Uhr! Wow, damit hätte ich nicht gerechnet. Zum Glück bläst kein Wind. Nun heißt es warten auf den Sonnenaufgang. Noch bin ich ganz alleine hier oben. 
Vor Sonnenaufgang 





Endlich um 06:40 Uhr kommt die Sonne raus. 

Nun wird es endlich wärmer. Inzwischen sind auch mehr Leute angekommen. Ich genieße die Aussicht. Einfach fantastisch! 






Um 08:00 Uhr beginne ich den Abstieg. Da heute Samstag ist, kommen mir massenweise Leute entgegen. Ich muss sehr aufpassen, dass ich nicht ausrutsche. Zweimal haben meine Stöcke ein hinfallen verhindert. Es ist wirklich sehr rutschig. 

Der Gipfel, rechts


Viele Leute

Nicht der Gipfel 

Etwa um 10:00 Uhr bin ich zurück beim Zelt. Nach einer Pause packe ich alles zusammen und weiter geht es. Zurück zur Abzweigung und dann folge ich dem Colorado Trail. Es geht runter. Dann wieder etwas rauf. Vorbei an Bächen und kleinen Seen. Kurz sehe ich mal die Twin Lakes zwischen den Bäumen durch. 


Die Erlen färben sich langsam Gelb. Wunderschön. Der Herbst zieht ein. Endlich komme ich zu einer Abzweigung. Hier verlasse ich den Colorado Trail und Wander runter nach Twin Lakes. Von dort hatte ich meine Wanderung fortgesetzt. So schließt sich die Lücke. 




Etwa um 15:00 Uhr bin ich angekommen. Nun habe ich den Colorado Trail beendet! Ein tolles Gefühl. Gerade, weil ich ihn nun mit gutem Wetter abschließen durfte. Im Laden kaufe ich mir zur Belohnung etwas zu trinken. Etwa eine halbe Stunde später kommt der gratis Shuttle Bus. Er bringt mich nach Leadville. Von dort mache ich Autostop. Nach etwa 15 Minuten nimmt mich jemand mit. Beim Tennessee Pass lässt er mich aussteigen. Endlich bin ich zurück bei meinem Auto. Eine kurze Fahrt bringt mich zu einem gratis Stellplatz. Am späteren Abend regnet es sehr stark. Bin ich froh, nicht im Zelt zu sein. Bald ist es aber wieder Sternenklar. 




Colorado Trail 2026: 38. Tag

Heute Morgen war das Zelt innen etwas feucht. Das Wetter war wieder prachtvoll. Ich wanderte um 07:30 Uhr los. Einmal durch den Campingplatz durch und am Ende ging es auf den Wanderweg entlang des Sees. Im leichten auf und ab folgte ich dem Weg. Plötzlich hörte ich Flügelschläge ganz nahe von mir. Da sah ich gerade noch einen Weisskopfseeadler davon fliegen. Er saß wohl auf dem Baum vor mir. Schade, habe ich ihn nicht früher gesehen. So konnte ich leider kein Foto machen. Es ging alles zu schnell. Es war aber toll ihn zu sehen. 






Mount Elbert

Am anderen Ende des Sees komme ich an mehreren Campingplätzen vorbei. Vor dem Damm biege ich auf die Straße ab. Nun geht es eine lange Zeit entlang von Straßen weiter. Hier noch im Wald. Bald komme ich runter in die Ebene und dort hat es keinen Schatten mehr. Es geht durch eine wüstenänliche Landschaft. Vorbei am Mount Massiv. Hier wütet das Feuer. Es ist aber größtenteils gelöscht. Deshalb muss ich auch diesen Umweg machen. Langsam geht es auf den Mount Elbert zu. 

Die dunklen Flächen sind abgebrannte Gebiete. 



Dann komme ich an einen Fluss. Eine Brücke geht drüber. Hier finde ich endlich etwas Schatten. Deshalb mache ich meine Mittagspause hier und ich breite auch mein Zelt an der Sonne aus. Schnell ist es trocken. 


Anschließend geht es weiter. Zum Glück erreiche ich nun bald wieder den Wald. Die Straße geht nun direkt auf den Mount Elbert zu. Es hat hier einige Campingplätze, die sind aber schon alle für diese Season geschlossen. Dazwischen Campen aber viele Leute wild. Neben der Straße fließt ein Bach. Nun geht es auch langsam aufwärts. 


Dann erreiche ich endlich den Parkplatz am Trailhead. Im Bach gehe ich Wasser filtern. Dann gehe ich noch auf die Toilette. 
Weiter geht es endlich wieder auf einem Wanderweg. Steil geht es nun in Serpentinen rauf. Dann flacht der Weg etwas ab. Das Gelände ist aber nicht flach. Ich komme zur Abzweigung. Hier geht der Colorado Trail weiter und der Weg zum Mount Elbert zweigt ab. 
Dem Mount Elbert Trail folge ich nun. Nach etwa 100 Metern finde ich eine einigermaßen flache Stelle und stelle mein Zelt auf. Etwas oberhalb des Weges. So dass nicht jeder mein Zelt sieht. Früh gehe ich schlafen.