Montag, 3. August 2026

Colorado Trail 2026: 10. Tag

 Um sieben Uhr gehe ich frühstücken. Vorher gibt es nichts. Gepackt habe ich schon. Nach dem Frühstück gehe ich noch zur Toilette und dann checke ich aus. Um 07:35 Uhr kommt mein Bus. Der Himmel ist wolkenlos. Ein traumhaftes Wetter. Mit dem Bus fahre ich bis Copper Mountain.



Da an einer Skipiste gearbeitet wird ist eine Umleitung signalisiert. So laufe ich noch eine Weile durch das Resort auf dem Talboden. Schließlich geht es etwas steil rauf zum Trail. Hier überholt mich ein Biker. Wir reden kurz. Biker treffe ich heute sehr viele. Ich folge nun sanft ansteigend dem Hang. Etliche Skipisten und auch Sesselbahnen durchlaufe ich. 




Das Skigebiet ist recht groß. In der Ferne höre ich den Verkehr von der Autobahn. Zwischen den Pisten geht es immer kurz durch den Wald. Auf einer Wiese hat es ganz viele Blumen und sehr viele Schmetterlinge fliegen umher. Ich mache ein paar Fotos.




Irgendwann biegt der Wanderweg in ein Seitental ab. Ich bin schon an mehreren Bächen mit Wasser vorbeigekommen. Nun folgt der Weg etwas oberhalb des Talbodens einem Bach. Stetig geht es aufwärts. Mal etwas steiler, dann wieder angenehmer. Es ist aber zum Glück nie zu steil. Oft bin ich im Wald unterwegs. Manchmal auch am Rand. Dort kann ich runter zum Bach schauen. Der Bach wurde an mehreren Stellen von Bibern gestaut. 





Einmal sehe ich im Wald einen Trampelpfad von einem großen Tier. Ich vermute von einem Elch. Leider sehe ich aber keinen. Dabei wäre dieses Tal ideal für Elche. Ich sehe aber nur Vögel und Nagetiere. Das Tal ist wunderschön.




Immer weiter geht es rauf. Schließlich erreiche ich die Baumgrenze. Es ist wunderschön hier oben. Die Aussicht ist fantastisch. Bei einem Bach mache ich meine Mittagspause. Etwas unterhalb steht ein großes Haus mit drei Stockwerken und Balkonen. Man kann es mieten. Allerdings muss man alles Essen zu Fuß hoch tragen. Es geht keine Straße rauf.




Nun geht es rauf zum ersten Pass. Die Aussicht ist umwerfend schön! Grüne Wiesen mit Blumen und auch Steine. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Über eine große Ebene geht der Weg nun leicht rauf und runter. 




Auch hier hat es Bäche. Dann folgt nochmals ein Aufstieg. Hier hat es viele Steine. Nun begegnen mir viele Murmeltiere und auch Pikas. Das sind süße kleine Tiere. Größer als eine Maus. Ihre Ohren sind erstaunlich groß. Natürlich mache ich Fotos.







Schließlich erreiche ich endlich die höchste Stelle. Einen Grat. 3745 Meter hoch. Wow, dieser Anstieg hat sich ganz schön in die Länge gezogen. Dafür wurde ich mit einem tollen Panorama entlöhnt.




Am Mittag zogen langsam Wolken auf. Es bleibt aber trocken und auch sonnig. Nach einer kurzen Pause beginne ich den Abstieg. Kurz darauf erreiche ich den nächsten Pass.





Weiter geht es durch die wundervolle Landschaft. Bald tauche ich wieder in den Wald hinein. Ein paar Wanderer kommen mir entgegen. Meine Beine werden langsam müde und schwer. Nach einer kurzen Pause geht es wieder etwas besser voran. Zwischendurch wandere ich wieder durch Espenwälder. Auf etwa 3000 Meten komme ich zu einem Bach. Hier finde ich einen sehr schönen Zeltplatz. Direkt oberhalb eines Wasserfalles. Um 17:30 Uhr stelle ich mein Zelt auf und räume es ein. Dann filtere ich Wasser und koche mein Abendessen. Ich genieße es sehr. Endlich mal kein Regen. So macht das Wandern gleich wieder viel mehr Spaß. Alles ist trocken.





Freitag, 31. Juli 2026

Colorado Trail 2026: 9. Tag

Ich werde noch eine Nacht im Motel bleiben. Die nächste Etappe ist nämlich die einzige, welche ich ohne den großen Rucksack laufen kann. Das nutze ich natürlich aus. 
Um sieben Uhr gehe ich frühstücken. Eine halbe Stunde später gehe ich zur Bushaltestelle. Dort treffe ich meine zwei Mitwanderinnen nochmals. Sie laufen allerdings heute schon weiter. Es ist noch eine Wanderin da. Sie hat das selbe vor wie ich und ich treffe sie ein paarmal auf der heutigen Etappe. Mit dem Bus fahren wir nach Copper Mountain. Diese Etappe laufe ich Richtung Norden. Der Aufstieg ist zwar etwas steiler, dafür auch einiges kürzer. Da man nie weiß, wie das Wetter sich entwickelt, möchte ich so früh wie möglich auf der Scharte sein. Um 08:00 Uhr geht es los. Durch das Skiresort hindurch erreiche ich den Colorado Trail. Es geht etwas rauf. Zuerst durch die Skipiste und dann komme ich in den Wald. Heute ist es abwechselnd bewölkt und dann scheint wieder die Sonne. 
Bald geht es wieder runter zur Straße. Die muss ich überqueren. Es hat hier nicht viel Verkehr. Den Golfplatz lasse ich hinter mir. Auf dem großen Parkplatz scheint das Ziel von dem Rennen zu sein. Heute am vierten Tag werden wohl die ersten Läufer eintreffen. 
Jetzt beginnt der lange und steile Aufstieg. Zunächst im Wald. Beim Aufstieg hat es einige kleine Bäche welche auch Wasser haben. Mir kommen schon zwei Läufer entgegen. Sie haben es bald überstanden. Die armen sehen ziemlich erschöpft aus. Kein Wunder nach 320 Kilometern und etwa 12000 Höhenmetern. Der tiefste Punkt ist auf fast 3000 Metern. 
Für mich geht es weiter aufwärts. Mit leichtem Gepäck gelingt mir der Aufstieg einiges besser. 

Irgendwann komme ich aus dem Wald raus. Eine wunderschöne Landschaft zeigt sich mir. Es geht über grüne Wiesen weiter. Ich staune nur noch. Es erinnert mich an eine Aplwiese in der Schweiz. Kleine Blumen wachsen hier und Schmetterlinge fliegen umher. 




Die Aussicht ist auch fantastisch!



Es geht weiter rauf. Nun mit tollem Panorama. Endlich kurz vor dem Mittag erreiche ich den höchsten Punkt und somit den Übergang auf die andere Seite. Hier bin ich auf 3804 Metern. Und damit neuer höchste Punkt auf dem Colorado Trail. Seit ich aus dem Wald kam blies ein kalter Wind. Recht unangenehm. 




So machte ich nur ein paar Fotos und stieg noch etwas ab, bevor ich meine Mittagspause machte. Kurz nach dem Pass kam mir der nächste Läufer entgegen. Er fragte mich, ob es noch weit ist, bis zum Pass. Ich versicherte ihm, dass es nur noch ein paar Meter sind. Er wollte es mir nicht glauben. Dreimal hat er nachgefragt. Er war so erleichtert, dass im die Tränen kamen. Das war sehr berührend. 
Nach der Pause begann ich den langen Abstieg. 18 Kilometer geht es nun runter. Fast. Einmal geht es nochmals 100 Höhenmeter rauf. Der Abstieg beginnt wunderschön im alpinen Gelände. 




Es ist richtig grün hier. Immer wieder komme ich an Bächen vorbei. Ich kann mich kaum sattsehen. Langsam geht es zurück in den Wald. Die Waldgrenze scheint hier so bei 3600 Meter rum zu sein. 
In Serpentinen steige ich weiter ab. 





Immer wieder komme ich an Wiesen vorbei. Weiter unten scheint es mal einen Waldbrand gegeben zu haben. Es stehen nur noch Skelette herum, oder die Bäume sind schon umgefallen. Jedenfalls ist der Schatten hier rar. Und es wird wieder heiß. Ausgerechnet hier geht es nun nochmals rauf. 


Auf der andere Talseite scheint es zu regnen. Hier fallen nur ein paar Tropfen. 

Gegen 16:00 Uhr komme ich endlich im Tal an. Der Abstieg hat sich ganz schön in die Länge gezogen. Eine Unterführung bringt mich auf die andere Seite der Autobahn. Mit dem Bus geht es zurück zum Motel.