Heute hatte ich eine frühe Tagwache. Ich wollte so früh wie möglich loswandern. So stand ich um 07:00 Uhr an der Straße und versuchte ein Auto anzuhalten. Viel Verkehr war nicht gerade. Die ersten Autos fuhren einfach vorbei. Nach etwa 15 Minuten hielt endlich ein Auto an. Eine Frau nahm mich mit. Sie ist auf dem Weg nach Aspen. Perfekt! Mein Stopp liegt auf ihrem Weg. Wir unterhalten uns angeregt. In Twin Lakes lässt sie mich aussteigen. Dankeschön fürs mitnehmen. Heute Morgen ist eine eigenartige Stimmung. Es hat Rauch in der Luft. Aber weit oben. Man riecht nichts. Der Rauch kommt aber nicht vom nahen Waldbrand. Der muss von weit her kommen. Sonst hat es nur wenige Wolken am Himmel.
Um 08:00 Uhr wandere ich los. Zunächst an der Straße entlang. Irgendwann treffe ich auf den Wanderweg und nun verlasse ich die Straße und folge wieder dem Colorado Trail. Es geht fast einmal um die zwei Seen herum.
Alles recht flach. Mein Rucksack ist wieder etwas schwerer. Ich habe essen für acht Tage dabei. Die eine Seite ist ohne Schatten. Zum Glück ist es noch nicht so warm. Am Ende laufe ich über den Damm. Beim Parkplatz treffe ich einen anderen Thruhiker. Er ist schon 70 Jahre alt! Mit 61 Jahren hat er den Appalachen Trail gemacht. Mit 63 Jahren den Pacific Crest Trail und mit 65 Jahren den Continental Dividende Trail! Hut ab! Und nun macht er den Colorado Trail. Ich werde ihn heute und morgen noch ein paarmal treffen. Er hat schneeweiße Haare und einen Bart. Er könnte gut den Nikolaus spielen.
Nun wandere ich im Wald weiter. Der Rauch hat sich inzwischen aufgelöst. Endlich komme ich zu einem historischen Platz. Hier mache ich Mittagspause. Es stehen noch einige alte Gebäude hier. Eines kann man besichtigen. Früher war das ein sehr bekanntes Hotel. Es hieß Interlaken. Das war so um 1890 rum. Sehr interessant.
 |
| Ab hier gibt es eine Weile zwei Varianten vom Colorado Trail. Ich wähle die Westvariante. |
Dann geht es wieder weiter. Kurz geht es noch in der Ebene weiter. Bei einem Bach fülle ich meine Flasche auf. Es tropft ein wenig. Ist aber schnell wieder vorbei.
Nun beginnt der kurze aber sehr steile Aufstieg. Auf vier Kilometern geht es 700 Höhenmeter rauf! Wow, was für ein anstrengender Anstieg! Die Anstiege sind für mich immer eine sehr große Herausforderung. Ich habe Mühe beim Atmen und muss sehr langsam gehen und viele kurze Pausen einlegen. Die Landschaften und Tiere unterwegs entschädigen aber immer wieder diese Mühen.
Schritt für Schritt geht es nach oben. Der Weg folgt dem Bach. Mir kommen Trailrunner und Wanderer entgegen. Endlich komme ich zur Waldgrenze. Hier hat es einen kleinen See. Bis zum Pass sind es noch etwa 200 Höhenmeter. An diesem schönen See stelle ich mein Zelt auf. Es ist inzwischen 18:00 Uhr. Etwas später kommt noch eine weitere Wanderin. Sie stellt auch ihr Zelt auf. Wir unterhalten uns noch eine Weile. Zwischendurch tropft es kurz. Aber wie am Mittag ist es schnell wieder vorbei. Müde gehe ich schlafen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen