Dienstag, 11. Dezember 2018

04.12.2018

Da heute auch eine kurze Etappe auf dem Programm stand, schlief ich so gut es geht aus. Um acht Uhr stand ich aber auf. Langsam bekam ich nämlich Rückenschmerzen. Gemütlich frühstücke ich erst mal. Danach hole ich mir im Restaurant ein Lunchpaket. Mein Essen ist ein wenig knapp bemessen. Ich kann aber oft noch etwas dazu kaufen. Nun packe ich alles zusammen. 
Heute ist es bewölkt und sehr windig. Zwischendurch scheint auch immer wieder kurz die Sonne. 
Etwa um 10:00 Uhr starte ich schließlich meine Wanderung. Zuerst geht es durch ein kleine Schlucht. Hier hat es noch den schützenden Wald. Auf und ab geht es weiter. Der Wald lichtet sich immer mehr. Erste Blicke auf den Lago Grey werden mir gewährt. Langsam geht es ein wenig hoch. Dann folgt ein kurzer, dafür sehr steiler Aufstieg. Erste Blicke zurück zeigen mir das Gletscherende und das Refugio. Nun sehe ich das Ausmaß eines ehemaligen Waldbrandes. Eine riesige Fläche von toten und verkohlten Bäumen. Ein trauriger Anblick. Gemütlich geht es weiter. Ich mache wieder viele Fotos. Der nächste Anstieg rauf zum höchsten Punkt für heute, geht zum Glück weniger steil vonstatten. Je höher ich komme, desto besser wird das Panorama. Hinter dem Lago Grey sieht man nun einen großen Teil des Gletschers. Der Wind pfeift mir hier stark um die Ohren. Im Windschatten mache ich meine Mittagspause. Gerade als ich mich hinsetze, fliegt ein Kondor über mir durch. Schnell mache ich ein paar Fotos. Er ist aber weit oben. Beim Essen beobachte ich weiter den Himmel. Tatsächlich fliegt er nochmals weit über mir vorbei. Danach ist er weg. 
Weiter geht es. Vorbei an einem kleinen Tümpel. An einem Aussichtspunkt sehe ich das letzte mal den Gletscher. Mir begegnen heute viele Wanderer. Tageswanderer und Wanderer vom W-Trek. Hier treffe ich ein deutsches Pärchen. Ich kenne sie von den anderen Camps. Zusammen laufen wir weiter. Es geht rauf und runter, weiter zu einem schönen, kleinen See. Jetzt beginnt der gemütliche Abstieg. Unten geht es durch ein enges Tal weiter. So gegen 15:00 Uhr erreichen wir den Lago Pehoe. Hier stehen das Refugio und das Camp Paine Grande. Das Pärchen geht noch weiter zum nächsten Camp. 
Auch hier hat es alles was ich schon gestern hatte. Ein Schiff fährt hier täglich her. Deshalb hat es sehr viele Leute hier. Tagesgäste, aber auch viele Zelte. Das Camp ist nicht so toll, was die Lage betrifft. Der Untergrund ist sehr uneben. Man findet kaum einen flachen Platz fürs Zelt. Dazu hat es auch noch viele Vertiefungen. Windschutz fehlt hier vollkommen. Keine Bäume oder Sträucher weit und breit. Ich finde einen nur leicht schiefen Platz für mein Zelt. Der Aufbau gelingt mir heute nicht so gut. 
Nach dem einrichten schaue ich mir die Gegend ein wenig an. Der See hat eine wunderschöne, azurblaue Farbe. Hinter dem Camp kommen langsam die Berge aus dem Nebel hervor. Ein tolles Panorama! Die sogenannten Cuernos leuchten in der Sonne. Diese Felsgipfel sind unten dunkel, in der Mitte sehr hell und oben wieder fast schwarz. Eine eigenartige Steinkombination. Wieder mache ich viele Fotos. Schon bald verschwinden sie wieder im Nebel. Erst nach dem Abendessen kommen sie wieder raus. Ein herrlicher Anblick. 
So geht ein schöner Tag zu Ende. 

03.12.2018

Letzte Nacht hat es von 01.30 Uhr bis nach dem Frühstück geregnet. Alles ist nass oder feucht. Nach dem Frühstück packe ich alles zusammen. Es ist kein Vergnügen, dass nasse und dreckige Zelt einzupacken. Zudem wiegt es durch das Wasser auch noch mehr. Kurz vor acht Uhr laufe ich los. Langsam hört auch der Regen auf. Beim Aussichtspunkt mache ich kurz halt. Ich sehe nicht viel vom Gletscher. Unter mir hat es Nebel. So laufe ich weiter. Etwa eine Viertelstunde später stoppt der Regen endgültig. Nun kam ich zu einem tollen Aussichtspunkt! Von hier sah man d n ganzen Gletscher, auch das Ende und den See. Leider lag noch immer einiger Nebel über dem Gletscher. Langsam fing es aber an zu winden. Ich wartete einfach mal, was passiert. Eine halbe Stunde später war der Nebel fast weg! Was für ein Panorama! Weit über mir flog sogar ein Kondor vorbei. Auf dem Foto sieht man aber nur die Silhouette. Endlich wanderte ich weiter. Der Weg ging zunächst durch den Wald runter und dann wieder ein wenig hoch. Nun folgt ein stetes auf und ab. Mit der Tendenz mehr runter als rauf. Am steilen Hang entlang folgen wir dem Gletscher. Dieser liegt mir immer zu Füßen. Nach etwa einer Stunde erreiche ich die erste Hängebrücke. Sie geht hoch über einen Bach durch. Die Brücke wackelt sehr stark. Als ich etwa in der Mitte der Brücke stehe, fliegt direkt vor mir ein Kondor um den Felsen herum! Er fliegt auf mich zu und macht dann eine Kurve. Nun fliegt er raus zum Gletscher. Wow, so nahe habe ich noch nie einen Kondor gesehen!! Nicht mal im Zoo. Leider, leider hatte ich keine freie Hand und konnte kein Foto machen! Schließlich musste ich mich an der wackelnden Brücke festhalten. Hätte der Kondor nicht ein paar Minuten früher kommen können?! Es war eine tolle Erfahrung!
Weiter ging es. Immer wieder boten sich tolle Ausblicke auf den Gletscher. Das Wetter wurde auch immer besser. Der Wind vertrieb die Wolken. Es folgte ein sonniger Tag. Dafür gab es starke Windböen. Nochmals ging es ein Stück steil hinauf. Und bald wieder runter. Kurz vor der zweiten Hängebrücke ging ich noch zu einem Aussichtspunkt hinauf. Hier sah ich zum letzten Mal den ganzen Gletscher. Nach der Brücke ging der Weg in den Wald hinein und führte ein wenig runter. Nun begegneten mir viele Wanderer. Meistens Tageswanderer. Oder solche, die den W-Trek starten. Im Refugio und Camp Grey startet der W-Trek. Dorthin kann man auch mit einem teuren Boot fahren. Deshalb hat es s auch Tagesgäste. Bald erreiche ich nun das Camp. Es ist kurz vor 13:00 Uhr. Dieses Camp ist wieder sehr luxuriös ausgestattet. Es hat einen Küchenraum, Toiletten, Duschen, einen kleinen Laden. Man kann auch sein iPhone aufladen. Den Abfall kann man auch entsorgen. Zudem hat es auch ein Restaurant. Nur die Preise sind ein wenig höher, als in der Stadt. 
Ich stelle mein Zelt auf. So kann es trocknen. Dann esse ich mein Mittagessen. Nach dem einrichten von meinem Zelt, gehe ich noch zum Aussichtspunkt. Von hier sieht man das Gletscherende. Ein schöner, aber windiger Platz. Im See treiben auch kleine Eisbrocken. Weit entfernt sehe ich noch drei Kondore vorbeifliegen. 
So geht ein toller Tag zu Ende. 

02.12.2018

Der Wecker klingelte heute um 05:00 Uhr. Da war ich allerdings schon 15 Minuten lang wach. Schnell gehe ich frühstücken. Dann wird alles zusammen gepackt. Kurz nach sechs Uhr wandere ich los. Mir steht eine kurze, aber anstrengende Wanderung bevor. Zunächst geht es circa drei Stunden hoch zum Pass. Danach etwa zwei Stunden runter zum nächsten Camp. 
Los geht es. Heute windet es stärker als gestern. Im Moment ist der Himmel mit Wolken bedeckt. Durch den Wald geht es mal steil und dann wieder flacher aufwärts. Da hier viele kleine Bäche fließen, ist es sehr matschig. Zum Glück wurden viele Äste hingelegt. So kann man meistens um den Dreck herum balancieren. Ein mühseliges Vorwärtskommen. Endlich erreiche ich den Waldrand. Nun wird der Untergrund besser. Hier sehe ich auch den Pass vor mir. Er sieht so nahe aus und doch ist er noch fern. Auf der rechten Seite sehe ich einen Gletscher. 
Der nächste Abschnitt ist auch mühsam. Zuerst geht es durch ein Geröllfeld runter zu einem Bach, dann kurz durch einen kleinen Wald. Auf der anderen Seite geht es das nächste Geröllfeld hoch und wieder runter. Das wiederholte sich einige Male. Wieso konnten die nicht den Weg auf einer Höhe bleibend gestalten!?! 
Anschließend kamen wir noch einmal nahe an den Wildbach heran. Er fließt hier durch eine Schlucht. Denn Wald lasse ich nun endgültig unter mir zurück. Es folgt der letzte recht steile Aufstieg zum Pass hoch. Durch den Wind fallen heute immer wieder ein paar Regentropfen vom Himmel. Ich werde aber nie nass. Durch Geröllfelder und über Schneefelder wandere ich mühsam hoch. Die Aussicht zurück ins Tal wird immer besser. Irgendwann erreiche ich erschöpft den Pass. Wow, was für ein Ausblick bietet sich mir hier! Ein riesiger Gletscher ist im Tal unten zu sehen. Ich laufe noch ein Stück runter. Von hier ist die Aussicht noch viel besser. Links sieht man den Grey Gletscher in den Lago Grey fließen. Er wird durch zwei große Felsen in drei Arme geteilt. Alle fließen aber in den gleichen See. Rechts kann man den Gletscher um einen Berg herum verschwinden sehen. Er kommt vom großen Inlandeisfeld heraus. Er ist mehrere Kilometer breit. Auf der anderen Seite sieht man hohe Berge. Ein Gletscher fließt runter zum Greygletscher. Der Gletscher selber hat auf der ganzen sichtbaren Fläche riesige Gletscherspalten. Langsam kommt auch die Sonne ein wenig raus. An vielen Stellen schimmert das Eis tiefblau. Für diesen Anblick haben sich all die Strapazen gelohnt! Leider bläst hier der Wind so kalt und stark, dass man es nicht lange aushält, stehen zu bleiben. Es hat auch keinen Windschatten. So mache ich ein paar Fotos und setze dann ungern meine Wanderung fort. 



In Serpentinen geht es runter und zurück in den Wald hinein. Nun sieht man nicht mehr viel vom Gletscher. Sehr steil geht es nun runter. Zum Glück hat es Treppenstufen. Sonst wäre dass eine große Rutschparty. An manchen Stellen hat es auch Seile zum festhalten. Bin ich froh, Stöcke dabei zu haben! Der Abstieg geht ganz schön auf die Knie. Zum Glück musste ich hier nicht mit dem Rucksack hoch laufen. Das wäre die Hölle! Jetzt verstehe ich auch, dass man diese Wanderung nur in eine Richtung machen darf. 
Die Kilometer ziehen sich arg in die Länge. Einen größeren Bach überquere ich dank einer Brücke Problemlos. Von hier sieht man wieder ein Stück des Gletschers. Kurz geht es nochmals hoch und dann stehe ich endlich im Camp Paso. Gerade ist es 11:30 Uhr. Ich bin froh hier zu sein und nicht weiter laufen zu müssen. Einige gehen weiter zum nächsten Camp. Das sind nochmals über vier Stunden zu laufen. Ich erhole mich lieber hier im Camp. 
Dieses einfache Camp liegt mitten im Wald. So ist es immerhin windgeschützt. Das Camp ist gratis. Dafür hat es nur ein Plumpsklo. Wasser hat es aus einem Bach. Die Kochhütte hat nur drei Wände. Das ganze ist sehr einfach gehalten. Es hat auch nicht so viele Plätze. Das schöne ist, nur zwei Minuten entfernt gibt es auf einem Felsen einen Aussichtspunkt! Von hier kann ich den Gletscher super sehen. Nur das Ende mit dem See ist leider nicht sichtbar. Bäume versperren in die Richtung die Sicht. Sonst ist das Panorama aber überwältigend schön! Trotz Wind bleibe ich lange hier sitzen. Zwischendurch mache ich auch noch einen Mittagsschlaf. So vergeht der Nachmittag recht schnell. 

01.12.2018

Die heutige Etappe ist wieder eine kurze. Nur vier Stunden muss ich laufen. So startete ich erst um etwa 08:15 Uhr. Eigentlich wollte ich später starten. Aber ich wachte einiges von dem Wecker auf. Dann bekam ich vom langen liegen Rückenschmerzen. So stand ich früher als geplant auf. Zum länger rumsitzen war es mir zu kalt. Da ist es besser loszulaufen. Im Camp blies auch ein leichter Wind. Schnell kam ich in den Wald hinein. Raus aus dem Wind. Zugleich ein Segen, aber auch ein Fluch. In dieser Gegend hat es sehr viele Mücken. Sobald man stehen bleibt, umschwirren hunderte dein Gesicht! Eine echte Plage! Nur der Wind kann diese Viecher stoppen. Dann doch lieber Wind. 
Heute war ein sehr schöner Tag. Bis zum Mittag blieb es zwar bewölkt. Doch die Wolken waren so hoch, dass man alle Bergspitzen sehen konnte! Wow, was für ein Panorama! Am Mittag kam dann die Sonne raus und es wurde ein sonniger Nachmittag. Nur noch wenige Wolken waren zu sehen. Hoffentlich ist das Wetter morgen auch so gut. 
Nach einem kurzen flachen Abschnitt, folgte bald der erste, kurze aber steile Aufstieg. Oben angekommen hatte ich eine fantastische Aussicht zurück zum Lago Dickson und den Bergen dahinter. Auch die Gletscher waren zu sehen. Der Dickson Gletscher, er mündet in den See, kommt vom großen Inlandeisfeld runter. Es folgt nun ein Abschnitt mit wenig Aufstieg. Es geht entlang eines Baches. Diesen höre ich aber nur. Er ist weit unten in einer Schlucht. Der Dichte Wald verhindert die Sicht nach unten. Schließlich nach einem weiteren kurzen Aufstieg erreiche ich einen Aussichtspunkt. Von hier aus sieht man ein letztes Mal zurück zum Lago Dickson. Vor mir sehe ich in ein Tal hinein. Am Ende ist ein Berg mit einem Gletscher zu sehen. Diesem Tal folgt auch mein Wanderweg. Überwältigend schön ist auch heute wieder die Landschaft! So viele Berge, Wälder und Wildbäche. Ich kann mich kaum sattsehen! So komme ich kaum vom Fleck. 
Zurück geht es in den Wald hinein. Zunächst muss ich runter zum Bach. Eine Brücke bringt mich ans andere Ufer. Gemütlich und im steten auf und ab geht es das Tal entlang. Hier sehe ich einen Magelanspecht. Es ist das Weibchen. Die Männchen haben einen feuerroten Kopf. Sonst sehe ich heute nur kleine Vögel. Irgendwann erreiche ich eine Gletschermoräne. Steil geht es auf diesen Schotterhügel hoch. Oben angekommen stehe ich direkt vor einem See. Dahinter ragt ein Berg auf und ein Gletscher fließt in den See runter. Im Wasser schwimmen ein paar Eisbrocken. Unbeschreiblich schön ist dieser Anblick! Und genau jetzt kommt langsam die Sonne raus. Ich staune nur noch. 
Es geht nun wieder runter von der Moräne zum Talboden. Ein Stück weiter kann ich noch zu einem Aussichtspunkt gehen. Hier stehe ich direkt am Seeufer und recht nahe am Gletscher. Da hier ein leichter Wind weht, hat es fast keine Mücken. Deshalb mache ich an diesem tollen Platz meine Mittagspause. Welch ein Panorama kann ich während des Essens genießen! Das Tal hinauf sehe ich schon den Pass, welcher ich morgen überqueren muss. 
Nach der Pause geht es flach am Bach entlang weiter zum nächsten Camp. Das Los Perros Camp liegt neben dem Fluss in einem Wald. Um 13:30 Uhr treffe ich dort ein. Hier hat es kein Refugio. Nur einen kleinen Kiosk, eine kalte Dusche, Toiletten und einen Raum zum Kochen. Ich suche mir einen Platz für mein Zelt. Gar nicht so einfach. Überall hat es Wurzeln. Schließlich finde ich einen Platz und nun baue ich mein Zelt auf. Das Camp ist sehr windgeschützt doch auch schattig. Im Schatten ist es aber auch kühl. Sobald mein Zelt eingerichtet ist, gehe ich zurück zum Flussbett. Hier scheint die Sonne und es ist angenehm warm. Ich lege mich auf eine Sandbank und mache ein kurzes nickerchen. Gelegentlich kommt eine Windböe. Sonst ist es sehr idyllisch. Immer mehr Leute kommen zum Wildbach. Zwei Enten schwimmen an mir vorbei. Später fliegen sie zurück. Lange genieße ich die Sonne. Etwa um 17:00 Uhr gehe ich zurück ins Camp. Im Kochraum treffe ich zwei Schweizer! Schön, wieder einmal Schweizerdeutsch zu sprechen. Mit ihnen, einem Deutschen und einer Polin unterhalte ich mich während dem Abendessen. Etwa gegen 20:00 Uhr gehe ich nochmals kurz zum Bach ein wenig Sonne und Wärme tanken. Dann gehe ich ins Zelt. Draußen ist es wieder sehr kühl geworden. Und nun gute Nacht. 

30.11.2018

Heute stand kilometermässig die längste Etappe auf dem Plan. Um sechs Uhr wollte ich aufstehen. Genau dann regnete es nochmals kurz. So blieb ich halt noch liegen. Etwa 15 Minuten später hörte der Regen wieder auf. Nun konnte ich frühstücken gehen. Anschließend packte ich alles zusammen. Das Zelt war noch nass. Die Sonne schien jetzt. Etwa um 07:30 Uhr wanderte ich los. Wellenartig ging es weiter durch das Tal. 
Das Wetter hielt sich ausgezeichnet gut. Viel Sonne, wenn auch die Berge viel in den Wolken waren. Nur der Wind war heute recht stark und kalt. Auch heute konnte ich mich kaum an der tollen Landschaft sattsehen. Immer wieder blieb ich stehen und machte Fotos. Ich war eine der ersten, welche losliefen, nun überholte mich aber einer nach dem anderen. Das störte mich aber überhaupt nicht schließlich ist das kein Wettrennen und ich bin hier, um die Landschaft zu genießen. Auf dieser Etappe sah ich viele verschiedene Blumen. 
Nach einer Weile in der Ebene folgte ein steiler Aufstieg auf einen Hügel hoch. Oben angekommen, sah ich einen Kondor vorbeifliegen. Er war etwas weit weg und nach 10 Sekunden verschwand er hinter einem Hügel. Mein erster Kondor in freier Natur! Hoffentlich bekomme ich noch einen von diesen riesigen Vögeln näher zu sehen. Oder wenigstens länger. 
Nun fing der windige Abschnitt an. Der Weg ist heute übrigens 19 km lang. Auf fast gleicher Höhe bleibend geht es, am Hang entlang, vorbei am Lago Paine. Die Aussicht ist immer wieder genial! Immer mehr schneebedeckte Bergspitzen kommen zum Vorschein. Viele haben auch Gletscher. Weiterhin folge ich dem Tal. Langsam geht es wieder runter zum Talboden. Hier komme ich in einen Wald. Endlich aus dem Wind heraus! Welch ein Segen! Die Hälfte der Strecke habe ich nun hinter mir. Bald komme ich zu einer Rangerstation. Jeder muss hier seine Reservierung von den Camps zeigen. Ohne diese, muss man wieder zurück gehen. Es hat auch einige Tische. Da es hier windgeschützt ist, mache ich meine Mittagspause. 
Gut erholt geht es weiter. Wellenartig geht es leicht auf und ab. In einem Sumpfgebiet laufe ich über Holzstege. Der Weg ist sehr gut unterhalten. Nur kurze Schlammstellen gab es bisher. Auch ohne Karte kann man sich nicht verlaufen. Der Weg ist immer ersichtlich und wenn es Abzweigungen hat, ist alles gut markiert. 
Auf der linken Seite sollten zwei der Torres Türme sichtbar sein. Noch sind sie im Nebel versteckt. Mit der Zeit kommt einer der Türme immer mehr zum Vorschein. Ich mache nun eine Pause und warte ab, was passiert. Nach etwa 15 Minuten habe ich Glück und der Turm zeigt sich für ein paar Sekunden! Dann ist die Spitze wieder im Nebel verschwunden. Was für ein Anblick! Eine Felsnadel die sich senkrecht in den Himmel streckt. Die Wand ist vermutlich 1000 Meter hoch! Das Wetter ändert sich im Sekundentakt. Eine echte Herausforderung für jeden Kletterer. Hier sehe ich den Berg von seiner Rückseite. 
Weiter geht es. Nach einiger Zeit kommt ein letzter kurzer Aufstieg. Die Aussicht über den Lago Dickson und das am Ufer liegende Camp Dickson ist fantastisch! Dahinter erhebt sich ein wahrer Schneeriese. Links und rechts von diesem Berg fließen Gletscher in den See. Ein sehr steiler Abstieg bringt mich runter zum Camp. Hier hat es auch ein Refugio. Mann könnte auch im Haus schlafen. Das ist aber sehr teuer. Inklusive Essen zahlt man 120 Dollar. 
Das Zelt kann ich heute ein wenig windgeschützter aufstellen. Zum Camp gehört eine Toilette, eine Dusche, Tische mit Bänken und in einem Gebäude hat es einen geräumigen Raum zum Kochen. Im Freien zu kochen ist überall verboten. Vor drei Jahren gab es einen großen Waldbrand. Dieser wurde von Campern ausgelöst. Im Kochraum hat es sogar Steckdosen! So kann ich nochmals mein iPhone und meine Powerbank aufladen. 
Nachdem ich mein Zelt aufgestellt habe und alles eingerichtet ist, gehe ich zum See runter. Eine tolle Aussicht hat man von hier. Leider ist es aber sehr windig. So bleibe ich nur kurz am See. 
Da ich sehr hungrig bin, koche ich schon um 17:30 Uhr mein Abendessen. 

29.11.2018

Nun beginnt also meine erste und längste Mehrtageswanderung. Um 06:15 Uhr verlasse ich das Hostel. Mein übriges Gepäck kann ich im Hostel lassen. Mit dem Rucksack auf dem Rücken laufe ich durch die Stadt zum Busbahnhof. Pünktlich um 07:00 Uhr fährt der Bus los. Durch die Pampa geht es nach Norden in den Nationalpark Torres del Paine. Kurz nach neun Uhr erreichen wir den Nationalparkeingang. Hier müssen wir uns registrieren lassen und den Eintritt bezahlen. Da ich schon im Internet bezahlt habe, muss ich nur einen Stempel abholen. Jeder bekommt noch eine kleine Karte vom Nationalpark. Darauf sind wichtige Infos und auch die Wege eingezeichnet. Ich benutze noch kurz die Toilette. Dann nehme ich noch einen weiteren Bus. Er fährt uns zum Camp las Torres. Etwa um 10:00 Uhr starte ich meine Wanderung. Nach einem kurzen Anstieg geht es im steten auf und ab durch eine hügelige Landschaft. Eigentlich hätte man die Torres del Paine Spitzen von hier aus schon gesehen. Doch sie waren leider im Nebel versteckt. 
Das Wetter ist heute recht angenehm. Wenn es windstill ist und die Sonne scheint, würde man es im T-Shirt aushalten. Es gibt aber immer wieder Windböen. Die Sonne scheint recht häufig. Manchmal versteckt sie sich aber hinter Wolken. Es gibt auch immer wieder kurz ein paar Regentropfen. Ich werde aber nie nass. Erst am Abend um etwa 21:00 Uhr gibt es einen stärkeren Regenguss. 
Die Landschaft ist einfach überwältigend schön. Große, weite Grasflächen wechseln sich ab mit Büschen und Wäldern. Häufig kreuzt ein Bach meinen Weg. Einmal sehe ich nahe vor mir einen mittelgroßen Raubvogel vorbei laufen. Etwas weiter hoppelt dann auch noch ein Hase vorbei. Hier wachsen auch Büsche mit knallroten Blüten. Sie heißen Feuerbüsche. Ich mache hier meine Mittagspause. 

Nun geht es gemütlich aufwärts zum höchsten Punkt der heutigen Etappe. Hier sehe ich einige Pferde. Sie gehören zum letzten Resort und dürfen auf einer riesigen Fläche frei herum ziehen. Die Aussicht von hier oben ist einfach unbeschreiblich schön! Unter mir das weite Tal. Ein großer, blauer Fluss schlängelt sich durch die Grünen und gelben Wiesen. Dahinter ragen hohe, schneebedeckte Berge in den Himmel. Zwischen den Wiesen hat es auch kleine Wälder. Wow, ein paar Minuten stehe ich nur da und schaue mir das alles an! Danach mache ich noch Fotos. 
Es folgt ein gemütlicher Abstieg ins Tal hinunter. Ein Bach muss durchquert werden. Zuerst überlege ich, ob ich die Schuhe wechseln soll. Dann sehe ich eine Stelle wo es Steine unter dem Wasser hat. Mit den Wanderschuhen laufe ich dort durchs Wasser. Fünf Minuten später sieht man den Schuhen nicht mehr an, dass sie im Wasser waren. Die nächsten Bäche haben alle eine Brücke oder ein paar Holzlatten zum drüberlaufen. Die Wanderung durch dieses Tal ist sehr angenehm. Fast flach verläuft der Weg und ich komme gut voran. Etwa um 14:30 Uhr komme ich zum Camp Seron. Hier hat es Zeltplätze und ein Großes Zelt zum Kochen. Außerdem ein kleines Haus. Hier könnte man auch etwas Essen. Die Preise sind aber recht hoch. Außerdem hat es Wasser, warme Duschen und Toiletten. Ein Generator liefert Strom. Leider ist der Platz nicht so windgeschützt wie erhofft. Zuerst habe ich Probleme mein Zelt aufzustellen. Ich kann es nicht richtig abspannen. Meine Zeltnachbaren helfen mir. Irgendwann kriege ich es doch noch einigermaßen hin. Das Zelt flattert aber im Wind. An der Sonne genieße ich nun den Nachmittag. Ich kann mich kaum an der tollen Landschaft sattsehen. Es fliegen auch verschiedene Vögel herum. Im Zelt koche ich mir meinen Kartoffelpüree. Als die Sonne zuerst hinter Wolken und dann hinter den Bergen verschwindet wird es kühl und ich verziehe mich ins Zelt. Später zeigt sich das Wetter von seiner garstigen Seite. Es regnet leicht und es gibt stärkere Windböen. Nun zeigt sich, dass mein Zelt nicht so gut abgespannt ist, wie erhofft. Es flattert doch einiges herum. Hoffentlich sind die anderen Camps besser vor dem Wind geschützt. 


28.11.2018

Nach dem Ausschlafen ging ich zum Einkaufen. Ich brauche für meine bevorstehende Wanderung Lebensmittel. Im großen Supermarkt fand ich leider nicht alles, was ich benötige. Es gab keine Schockoriegel, Ziplocs Tüten, keine gedörrten Früchte und kein Feuerzeug. So suchte ich weiter. Bei einem Outdoorladen finde ich immerhin Gas für meinen Kocher. Dann sehe ich einen Zigarrenladen. Das Feuerzeug habe ich nun. Anschließend finde ich einen kleinen Supermarkt. Dort gibt es die gedörrten Früchte und die Tüten. Zum Abschluss finde ich auch noch einen Süßigkeitenladen. Dort kriege ich auch noch meine Riegel. Mann, war das ein Marathon! In den USA ging ich in einen Laden und hatte alles beisammen. Hier ist es viel komplizierter. Das ganze Essen brachte ich nun in meine Unterkunft. 
Danach ging ich in ein anderes Hostel. Dort wird jeden Nachmittag um drei Uhr eine Informationsrunde veranstaltet. Jeder kann dort vorbeigehen und zuhören. Es gibt aktuelle Informationen zu den Wanderungen im Park. Wie kommt man dort hin, wie teuer ist alles, was braucht man, wie ist die Lage... Es ist sehr empfehlenswert dorthin zu gehen. 
Zurück im Hostel, packe ich alles zusammen. Das dauert ein paar Stunden. Schließlich muss ich auch dass Essen abpacken. Müde gehe ich schlafen. 

27.11.2018

Heute morgen kam ein wenig Hektik auf. Frühstück gab es erst um 07:30 Uhr und um 08:00 Uhr fuhr der Bus los. Schnell noch etwas gegessen und los ging es. Kurz vor dem Busterminal kommt mir plötzlich in den Sinn, dass mein iPhone noch an der Steckdose im Hostel liegt!! Ich frage bei der busstation einen Mitreisenden vom Hostel, ob er auf mein Gepäck aufpassen kann. Schnell springe ich zurück, den Hang hinauf zum Hostel. Dort schnappe ich mir mein iPhone inklusive Stecker und Kabel und im Laufschritt geht es zurück zum Bus. Gerade noch rechtzeitig komme ich außer Atem dort an. Der Bus fährt pünktlich ab. Die Fahrt geht zunächst nach Punta Arenas in Chile. Entlang der Berge fahren wir immer weiter nach Norden. Mal geht es durch die Pampa, mal am Meer entlang. Wir durchqueren weite, flache Ebenen. Gelbes oder grünes Gras wächst hier. Ab und zu auch ein Wald. Ich sehe Kühe, Pferde und viele Schafe. Auch Lamas sehe ich manchmal. Vereinzelt sehe ich auch mal einen Nandu. Dass sind Verwandte des Strausses. 
Schließlich kommen wir zur Grenze von Chile. Auf der argentinischen Seite gibt es einen Ausreisestempel. Weiter geht es zu den Chilenen. Wir haben Glück. Vor uns ist kein Bus da. So kommen wir relativ zügig voran. Weiter geht die Reise Richtung Norden. Nun gibt es eine Kleinigkeit zum Essen. Endlich erreichen wir die Magelanstrasse. Das ist eine Meerenge welche Feuerland von Südamerika trennt. Wir steigen aus und zu Fuß geht es auf die kleine Fähre. Auch hier müssen wir nicht warten. 
Während der Überfahrt sehe ich Magelanpinguine und Delphine. 
Wieder an Land, steigen alle wieder ein. Die Fahrt geht weiter an der Küste entlang. Um 17:30 Uhr kommen wir schon in Punta Arenas an. Eigentlich sollten wir erst um 20:00 Uhr ankommen! Ich habe Glück und kann mein Busticket umbuchen. So erwische ich noch den Bus um 18:00 Uhr. Wieder geht es noch Norden. Um kurz nach 21:00 Uhr, statt um Mitternacht, komme ich in Puerto Natales an. Ein Taxi bringt mich zu meiner Unterkunft. Und nun gute Nacht. 

26.11.2018

Am heutigen Tag ließ ich es nochmals ruhig angehen. Ich schaute mir die Stadt ein wenig an. Dabei suchte ich noch ein paar Geocaches. Anschließend habe ich meine Fotos wieder einmal auf die externe Festplatte gesichert. Das dauert immer eine Weile. Zum Abschluss packte ich meine Sachen zusammen. Morgen früh geht meine Reise weiter. 
Ich plauderte noch ein wenig mit den anderen Gästen. 

Donnerstag, 29. November 2018

25.11.2018

Heute machte ich eine Wanderung zum Martialgletscher. 
Eigentlich wollte ich mit dem Minibus bis zum Ende der Straße hochfahren. Leider fahren die nur bei mindestens zwei Personen. Da niemand anderes in Sicht war, nahm ich schließlich ein Taxi. Nach einer kurzen, aber kurvenreichen Fahrt stand ich am unteren Ende des Sessellifts. 
Als ich am Morgen aufstand, hat es noch leicht geregnet. Nun ist das Wetter wunderschön. Die Sonne scheint von einem blauen Himmel und nur vereinzelt hat es kleine Wolken. 
Etwa um 10:00 Uhr starte ich meine Wanderung. Durch den Wald folge ich dem Weg das Tal hinauf. Ein Wildbach begleitet mich. Unterwegs suche ich auch ein paar Geocaches. Am oberen Ende des Sessellifts verlasse ich den Wald. Übrigens fährt der Sessellift leider nicht. 
Oberhalb der Waldgrenze weht ein stürmischer Wind. Ich setze meinen Weg fort. Nun geht es durch eine steinige Landschaft weiter. Das letzte Stück bis zum Ende des Weges am Gletscher geht es noch über Schnee. Das Wetter hat sehr schnell gewechselt. Nun schneit es sogar! Meine Mittagspause verschiebe ich. Der Wind ist einfach zu stark. Schnell mache ich ein paar Fotos. Nicht nur die Sicht auf die Berge und den kleinen Gletscher ist toll, auch die Aussicht ins Tal genieße ich sehr. Man sieht Ushuaia und den Beaglekanal. Wow, was für ein toller Platz!
Schnell steige ich wieder ein Stück runter. Bei einem Abzweig nehme ich  einen anderen Weg. Dieser führt mich zu einem Aussichtspunkt. Hie sehe ich noch viel mehr vom Beagelkanal. Der Weg führt am Hang entlang. Beim zurück gehen kommen so heftige Windböen, dass ich mich zwischendurch hinsetzen muss. Nicht, dass es mich noch vom Weg runterbläst. 
Endlich komme ich zurück zum Wald. Hier kann ich auch meine Mittagspause nachholen. Anschließend folgt ein langer Abstieg zu meinem Hostel. Der erste Teil im Wald ist sehr schön. Zum Schluss geht es durch das Städtchen weiter zu meinem Hostel. Beim Abstieg hat das Wetter wieder gewechselt. Nun ist es wieder wunderschön. Müde, aber glücklich komme ich etwa um 17:00 Uhr im Hostel an. Recht früh gehe ich schlafen.