Meine Reise geht wieder weiter. Nach dem Frühstück bringt das Taxi mich zum Busbahnhof. Mit etwas Verspätung fahren wir um 08:20 Uhr ab. Die Fahrt geht Richtung Norden. Durch die endlose Pampa und entlang des Lago Argentino geniesse ich die Fahrt. Immer wieder sehe ich Guanakos. Zwischendurch döse ich auch ein wenig. Schliesslich biegen wir von der Hauptstrasse ab. Entlang des Lago Viedma fahren wir auf die Berge zu. Das Panorama ist fantastisch! Schade, dass wir nicht anhalten und ein Foto machen können. Man sieht den Monte Fitz Roy und viele andere Berge. Aus den Wolken kommt auch der Torre kurz heraus.
Endlich um 11:00 Uhr erreichen wir den kleinen Ort el Chalten. Wir halten beim Nationalparkgebäude. Dort bekommen wir ein paar Infos zu den Wanderungen. Kurz darauf sind wir am Busbahnhof angekommen. Mit dem Gepäck laufe ich die fünf Minuten zu meinem Hotel. Der Ort ist sehr klein. Von einem Ende zum anderen braucht man nur 15 Minuten zu Fuss. Alles ist sehr gut zu Fuss zu erreichen. Es ist der jüngste Ort von Argentinien. Erst 1985 wurde der Ort gegründet. Der Grund war, dass immer mehr Bergsteiger und Touristen hierher kamen. Die meisten Häuser sind daher auch Unterkünfte.
Im Hotel beziehe ich mein Zimmer. Das Internet ist konstant, aber langsam. Immerhin habe ich wieder einmal ein eigenes Bad und sogar eine Heizung im Zimmer. Leider sind die Berge in den Wolken verschwunden. Es windet auch recht stark. Die Sonne scheint aber. Zunächst ruhe ich mich ein wenig aus. Ich hoffe, dass die Berge wieder aus den Wolken hervor kommen. Leider geschieht dies nicht. Daher gehe ich zum Nationalparkgebäude. Dort informiere ich mich über meine geplante Wanderung, den Huemul Circuit. Im Internet habe ich gelesen, dass man diese Wanderung nicht alleine machen darf. Der Ranger sagt mir nun, dass sei kein Problem! Eine Hürde weniger. Ich notiere mir, was ich alles mitbringen muss, damit ich das Permit kriege. Mit den Infos vollgepackt gehe ich zurück ins Dorf. Den geplanten Spaziergang zum Aussichtspunkt rauf, verschiebe ich. Es wäre nichts zu sehen. Statt dessen gehe ich zu einem Wasserfall. Das sind hin und zurück etwa 7 Kilometer. Ein schöner Spaziergang. Es geht über einen kleinen Hügel runter zu einem Fluss und durch Wiesen, Wald und Sumpf zum Wasserfall. Ein kurzes Stück muss ich an der Strasse entlang gehen. Der Wasserfall ist sehr schön. In der Nähe finde ich auch einen Geocache. Gemütlich laufe ich wieder zurück. Auf dem Weg durchs Dorf schaue ich mir die Geschäfte an. Drei Supermärkte finde ich. Keiner hat aber was gescheites fürs Wandern. Nicht mal Couscous haben sie. Erst im letzten Laden, eigentlich ein Souveniershop, finde ich, was ich brauche. Er hat eine kleine Ecke mit Lebensmitteln. Dieser Laden hat vieles was Wanderer brauchen. Couscous und Nudeln, welche man nicht lange kochen muss. Verschiedene Riegel, einzeln Kaufbar. Klein abgepackte Mischungen von gedörrten Früchten und Nüssen. Schokolade und einzelne Tütchen Ketchup, Mayonnaise, Senf, Honig, Konfitüre... Von allem hat es einzelne Portionen. So kann man genau zusammenstellen, was man braucht. Hervorragend! Fast alles was das Wanderherz braucht.
In einem Restaurant esse ich einen Hamburger. Danach gehe ich zurück ins Hotel und schlafen.
Sonntag, 16. Dezember 2018
Freitag, 14. Dezember 2018
13.12.2018
Gut, bin ich nicht gestern zum Gletscher gefahren. Gestern war es bewölkt und die Sonne schien fast gar nicht. Heute ist dafür ein Traumtag! Sonnenschein pur und nur einzelne Wolken am Himmel. Manche Berge haben aber einen Wolkenhut an, sprich, die Bergspitzen sind nicht zu sehen. 
Die Agentur sagte mir, dass ich zwischen 08:00 und 08:30 Uhr abgeholt werde. Um 08:04 Uhr klopfte es schon an meine Unterkunft. Wow, so früh habe ich nicht mit dem Kleinbus gerechnet! Ich bin der erste Gast im Fahrzeug. Nun bekomme ich eine kleine Stadtrundfahrt. Wir holen einen Gast nach dem nächsten ab. Der Bus füllt sich langsam. Eine halbe Stunde später ist der letzte Gast eingestiegen. Nun geht es zum Busbahnhof. Hier steigen wir in den großen Bus um. Etwa um 09:00 Uhr geht die Fahrt los. Zunächst geht es durch die Pampa. Ich sehe drei Kondore ihre Kreise ziehen. Weiter geht es zur Magellan Halbinsel. Beim Parkeingang gibt es einen Stopp. Eine Rangerin kommt in den Bus. Jeder zahlt den Eintritt (700 Pesos). Die Rangerin verlässt den Bus wieder. Nach kurzer Zeit kommt sie wieder und verteilt die Tickets und Prospekte. So geht es viel schneller, als wenn alle aussteigen müssen.
Unsere Reise kann weiter gehen. Das Ziel liegt auf der anderen Seite der Halbinsel. Um 11:00 Uhr kommen wir dort an. Endlich haben wir den Perito Moreno Gletscher erreicht! Was für ein Anblick! Am Seeufer entlang führen Metallstege. So kann man von verschiedenen Ebenen den sehr Nahen Gletscher bestaunen. Die Abbruchkante ist bis zu 70 Meter hoch und zum Teil nur etwa 100 Meter oder weniger entfernt. Dieser Gletscher gehört zu den wenigen, welche noch wachsen. Mit lautem Getöse lösen sich immer wieder Eisbrocken und poltern ins Wasser. Auch dieser Gletscher ist mit dem großen Inlandeisfeld verbunden.
Ich folge dem Metallsteg. So kriege ich immer wieder andere Perspektiven vom Gletscher zu sehen. Mal schaue ich von unten hoch, dann wieder von oben herab. Oder auch frontal an die Kante heran. Einfach atemberaubend schön! Das Eis ist an manchen Stellen tiefblau! An anderen Stellen funkelt es in der Sonne. Im Wasser schwimmen Eisbrocken. Man könnte auch eine Bootsfahrt machen. Das Schiff darf aber nicht zu nahe ran fahren. Bei einem größeren Abbruch wäre die Gefahr zu groß. Ich lasse dass aus. Lieber genieße ich das alles vom Land aus. Ausgiebig mache ich Fotos und lausche dem poltern und stöhnen des Gletschers zu. Einfach magisch, dieser Platz! An einem solchen Ort kann ich stundenlang bleiben und nur genießen.
Irgendwann heißt es aber doch Abschied nehmen. Vom oberen Parkplatz nehme ich den gratis Shuttlebus. Nach einer kurzen Fahrt, bin ich zurück bei meinem Bus. Um 16:00 Uhr fahren wir ab. Bei einem letzten Aussichtspunkt halten wir noch kurz. Ein letztes Foto und wir setzen die Rückfahrt fort. Um 17:30 Uhr kommen wir im Zentrum der Stadt an. Zu Fuß laufe ich zurück zum Hostel. So geht ein toller Tag zu Ende!
Donnerstag, 13. Dezember 2018
12.12.2018
Heute mache ich noch einen Tag Pause. Zum einen sind meine Kleider noch am trocknen, zum anderen muss ich meine Fotos wieder einmal auf die zwei externen Festplatten speichern. Meine SD Karten sind langsam voll. Das dauert ein paar Stunden. Das Tagebuch aktualisiere ich auch endlich wieder einmal. Es ist mühsam, auch wenn ich nur 2-3 Tage hinterherhinke. Endlich bin ich wieder auf dem neuesten Stand.
Für morgen habe ich nur den Bus zum Gletscher und zurück gebucht. Vor Ort schaue ich mir alles alleine an. Ob ich die Bootstour mache, weiß ich noch nicht.
So geht der Tag viel zu schnell herum.
Mittwoch, 12. Dezember 2018
11.12.2018
Meine Reise geht weiter. Ein Taxi bringt mich zum Busbahnhof. Um 07:45 Uhr fährt der Bus los. Ich sehe unterwegs Guanakos und 3 Kondore. Schon nach etwa einer Stunde kommen wir zur Grenze von Argentinien. Chile verlasse ich nun endgültig. Die Kontrolle ist unproblematisch. Wir müssen nicht einmal unser Gepäck zeigen. Einmal machen wir eine halbe Stunde Pause. Es hat hier ein Café. So können wir und die zwei Fahrer etwas essen. Dann geht die Fahrt weiter durch die endlose Pampa. So gegen 14:00 Uhr kommen wir in El Calafate an. Mit dem Taxi geht es ins Hostel. Hier ist das Frühstück inbegriffen. Ich gebe meine Kleider fürs Waschen ab. Alle Akkus werden aufgeladen. Anschließend gehe ich ins Zentrum. Es hat eine Hauptstraße. Die meisten Läden findet man dort oder in den abgehenden Seitenstraßen. Ich kaufe mir essen für die nächsten Tage. Außerdem vergleiche ich die Angebote von den Touranbietern miteinander. Ich möchte eine Tour zum Perito Moreno Gletscher machen.
Nach dem Abendessen nutze ich das einigermaßen gute Internet. Fotos hochladen ist aber immer noch schwierig. Immerhin kann ich die nächsten Busse und Unterkünfte buchen.
10.12.2018
Heute schlafe ich aus. Nach dem Frühstück packe ich alles zusammen. Im Refugio warte ich auf den Bus. Nun muss ich Abschied nehmen von diesem wunderschönen Park. Ich habe ihn sehr ins Herzen geschlossen. Auch wenn er auf dem W-Trail Überlaufen ist, kann ich diese Wanderung nur weiter empfehlen. Hinten herum hat es nicht viele Wanderer. Die Landschaft kann man auch mit den vielen Leuten genießen. Wenn man früh am Tag losläuft, sind auch noch nicht so viele Wanderer unterwegs. Die Südamerikaner wandern eher nachmittags und abends. Beim Abstieg von den Torres kamen mir immer noch viele Wanderer entgegen. Mit denen kreuzt man und dann war ich wieder alleine.
Um 13:00 Uhr bringt der Shuttlebus mich zum Eingang. Der nächste Bus bringt mich zurück nach Puerto Natales. Vom Bus aus sehe ich noch einige Guanakos. Endlich weiß ich, wie diese Alpakaart heißt.
Ein Spaziergang bringt mich zurück zum Hostel. Nach der Dusche gehe ich Essen einkaufen. Bevor ich schlafen gehe, packe ich alles zusammen. Und nun gute Nacht. Endlich wieder ein Bett!
09.12.2018
Der Wetterbericht für heute war nicht so toll. 90 Prozent Wolken. Deshalb war mein Plan eigentlich, heute eine kurze Wanderung zu machen. Dort wollte ich dann mit etwas Glück Kondore beobachten. Aber wie so oft ändern sich Pläne recht schnell.
Als ich um 07:00 Uhr aufstehe, ist es scheint die Sonne von einem wolkenlosen Himmel! Auch die Berge sind wolkenlos. Wieder einmal wird bestätigt, eine Wettervorhersage ist hier nicht möglich. Hätte ich das gewusst, wäre ich nochmals zum Sonnenaufgang rauf zu den Türmen gewandert. Heute wäre es perfekt gewesen. Sehr ärgerlich! Trotzdem frühstücke ich schnell und packe alles nötige zusammen. Diese Türme will ich noch im Sonnenschein sehen.
Um 08:00 Uhr laufe ich los. Den Weg kenne ich nun langsam. Beschreiben muss ich ihn euch auch nicht mehr groß. Beim ersten Anstieg überhole ich noch zwei große Gruppen. Die sind recht langsam unterwegs. Ein paarmal mache ich eine Trinkpause. Einmal setze ich mich etwas länger hin. Nach einem Snack geht es weiter. Um 11:00 Uhr komme ich beim See an. Wow, mit Sonne sehen sie noch fantastischer aus! Ich mache viele Fotos. Von verschiedenen Positionen aus , mache ich Bilder und Videos. Auch eine Timelapse (Zeitraffervideo) mache ich mit meiner GoPro. Ich genieße das tolle Wetter in vollen Zügen. Es fliegt sogar noch ein Kondor vorbei! Wow, was für ein Tag!
Schweren Herzens verabschiede ich mich um 14:300 Uhr von den Torres. Der Abstieg beginnt. Im Wald unten habe ich dann noch eine Begegnung mit einem Magellanspecht. Es ist ein Weibchen. Diesmal habe ich das große Glück, dass es nur etwas über meinem Kopf am Baum ist. So kann ich super Fotos machen.
Um 17:00 Uhr bin ich zurück im Camp. Dieser zweite Aufstieg hat sich wirklich gelohnt!
08.12.2018
Meine Wanderung, den O-Circuit, habe ich nun erfolgreich beendet! Ein tolles Gefühl, es geschafft zu haben! Mit dem Wetter hatte ich riesiges Glück. Richtig geregnet hat es nur eine Nacht lang. Während des Tages wurde ich nie nass.
Heute mache ich einen Ausflug. Um 08:30 Uhr fuhr der Shuttlebus zum Parkeingang. Dort musste ich umsteigen in einen anderen Bus. Dieser fuhr bis zum Lago Poheo. Dort fährt der Catamaran zum Refugio Paine Grande ab. Nochmals muss ich in einen anderen Bus umsteigen. Vom Bus aus hatte ich schon eine sehr schöne Aussicht auf die Seen und Berge. Noch sind die Berge frei von den Wolken. Ein herrlicher Anblick! Gegen 11:00 Uhr komme ich bei der Administration und dem Endpunkt der Busroute an. Es folgt der schwierige Teil meines Ausfluges. Von hier fährt kein Bus mehr zu meinem Ziel. Das liegt aber noch 18km entfernt. Der Wind bläst heute sehr stark.
Ich laufe langsam entlang der Straße. Hoffentlich kommt bald ein Auto vorbei. Es dauert einige Zeit, bis endlich das erste Auto kommt. Schnell halte ich den Daumen hoch. Nichts. Auch die nächsten vier Fahrzeuge fahren vorbei. Erst nach etwa 45 Minuten hält ein Auto an. Ein nettes, canadisches Ehepaar nimmt mich mit. Am Mittag komme ich am Lago Grey an. Dass ist das Ende von dem See, in welchen der Gletscher fließt. Von hier kann man zwei schöne, kurze Wanderungen machen. Zunächst mache ich die Wanderung hoch zum Aussichtspunkt Ferrier. Etwa 1.5-2 Stunden dauert der Aufstieg. Zu Beginn laufe ich recht flach in ein Tal hinein. Dann beginnt der eigentliche Aufstieg. Recht steil geht es rauf. Mal durch den Wald, dann hat man wieder einen freien Blick. Je höher ich komme, desto besser wird die Aussicht. Erschöpft erreiche ich schließlich den Gipfel. Hier oben hat es keine Bäume mehr und ich muss regelrecht gegen den Wind ankämpfen! Fast Orkanartig fegt er über das Gipfelplateau. Hinter einem Felsen setze ich mich in den Windschatten. Leider kommt auch hier der Wind nicht immer von der selben Seite.
Das Panorama ist unglaublich! Man überblickt einen großen Teil des Parkes. Viele Seen sind zu sehen. Der Greygletscher in seiner ganzen Pracht. Nur mit den Bergen habe ich diesmal Pech. Auch sie könnte man alle von hier aus sehen. Leider haben sich aber Wolken und Nebel davor geschoben. Ich mache erst mal meine Mittagspause.
Auch eine halbe Stunde später, hat sich nichts verändert. Schade, gibt es halt kein Panoramafoto von hier oben. Es ist zu ungemütlich, um noch länger hier zu bleiben. So beginne ich den Abstieg. Als ich halb unten aus dem Wald heraus komme, sehe ich, dass die Berge nun wieder sichtbar sind. Der Nebel hat sich aufgelöst und die Wolken verziehen sich immer mehr. So fies! Um nochmals hochzusteigen ist es mir aber zu steil und inzwischen auch zu spät. So mache ich von hier aus noch ein paar Fotos. Bald bin ich wieder unten. Diese Wanderung kann ich nur weiter empfehlen! Die Aussicht ist einmalig!
Die zweite Wanderung kürze ich massiv ab. Ich gehe nur schnell zum Geocache. Der Weg würde weiter zum See führen. Von dort sieht man den Gletscher. Da ich das schon alles gesehen habe, lasse ich den Teil aus.
Nun gehe ich wieder zur Straße und warte auf ein Auto. Diesmal habe ich großes Glück. Kaum stehe ich dort, hält auch schon ein Auto neben mir. Zwei Ehepaare aus Belgien nehmen mich mit. So komme ich viel früher als geplant, bei der Administration an. Deshalb laufe ich nochmals ein Stück die Straße zurück. Von hier hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Berge. Ich sehe die Cuernos und die Torre Türme. Davor eine goldgelbe Wiese mit einzelnen grünen Büschen. Einfach nur schön! Ich setze mich in die Wiese und genieße eine Stunde lang diese tolle Landschaft.
Um 18:00 Uhr fahre ich mit dem Bus, diesmal ohne umzusteigen, zurück zum Parkeingang. Vom Bus aus sehe ich noch Alpakas. Der Shuttlebus bringt mich dann zurück zum Camp. Etwa um 21:00 Uhr komme ich dort an.
Dienstag, 11. Dezember 2018
07.12.2018
Nach einer kurzen Nacht, stand ich sehr früh auf. Alles was ich heute benötige, packte ich gestern Abend zusammen. Schnell esse ich einen Riegel. Dann gehe ich noch zur Toilette. Dort treffe ich das eine deutsche Pärchen. Um 01:00 Uhr wandern wir los. Die Stirnlampen sind montiert. Über uns breitet sich der wunderschöne Sternenhimmel aus. Zunächst geht es ein Stück auf dem Weg von gestern zurück. Im Licht der Lampen sehen wir einige Hasen davon hoppeln. In kurzen Abständen wurden Pflöcke in den Boden gerammt. Daran befestigt sind Leuchtstreifen. Sie weisen uns den Weg. Manche Leuchtstreifen sind auch an Bäumen oder Steinen befestigt. Das ist sehr hilfreich. Sehr viele Leute laufen diesen Abschnitt nämlich im Dunkeln hoch. Jeder will den Sonnenaufgang an den Torres sehen. Die Strecke wird mit 4-4.5 Stunden angegeben. 
Mehr Sonne gab es leider nicht.
Die Nacht ist recht mild. Es weht aber ein wenig Wind. So laufen wir mit Pullover und Regenjacke los. Das erste Stück ist relativ flach. Ab der Abzweigung wird es steiler. Nun ziehen wir die warmen Sachen aus. Nur im langärmeligen Shirt laufe ich weiter. Da es hoch geht, habe ich warm genug. Es folgt ein erster recht steiler Aufstieg. Als wir ins Tal einbiegen, geht es am Hang entlang weiter. Nach einem kurzen Abstieg folgt ein stetes auf und ab. Wir machen nur kurze Stopps um etwas zu trinken.
Anhand der Lichter sehen wir, dass noch viele andere Leute unterwegs sind. Ich habe übrigens nur meinen leichten Rucksack dabei. Darin habe ich den Pullover, die Regenjacke, Regenhose,eine Weste, etwas zu trinken und zu essen und natürlich meine Fotoausrüstung und das Geld und meine Dokumente. Meine Stöcke sind auch dabei. Auch die Handschuhe und als Mütze meinen Buff. Da die Luft recht trocken ist, trinken wir recht viel. Bei den Bächen füllen wir regelmäßig unsere Flaschen mit gutem Wasser auf.
Unter uns hören wir einen Wildbach rauschen. Ein kurzer Abstieg bringt uns runter zum Bach. Eine Brücke bringt uns ans andere Ufer. Schneller als geplant erreichen wir das Camp und Refugio Chileno am anderen Ufer. Es liegt nur ein wenig erhöht vom Bach und in einem Wald. Hier herrscht noch Stille. Wir laufen am Bach entlang weiter. Der nächste lange Abschnitt verläuft im Wald. Ein schöner Lengawald.
Schon bald müssen wir wieder auf die andere Bachseite wechseln. Da mehrere Gletscher diesen Bach mit Wasser beliefern, ist es ein mächtiges Wildwasser. Es folgt wieder ein Anstieg. Dann geht es angenehm auf und ab weiter. An den matschigen Stellen hat es immer Bretter auf dem Boden. Da viele Tagestouristen diese Tour machen, ist der Wanderweg in einem sehr guten Zustand. Im Wald haben wir ein kleines Problem. Die Mücken und Nachtfalter werden vom Licht angezogen. Sie schwirren uns vor den Augen herum. Sehr mühsam. Der nächste Anstieg bringt uns zum ehemaligen Camp Torres Base. Leider ist dieses nun schon die zweite Saison geschlossen. Nur die Toilette darf man noch benützten. Ein Ranger ist hier stationiert.
Von hier aus folgt der letzte richtig steile Aufstieg. Über viele hohe Steinstufen geht es rauf. Eine riesige Steinmoräne müssen wir erklimmen. Keuchend schleppen wir uns hoch. Bald verlassen wir den Wald und nun sind wir schutzlos dem Wind ausgeliefert. Er ist unberechenbar. Die Windrichtung ändert sich ständig. Mal bläst er nur mäßig und plötzlich kommen starke Windböen und blasen uns fast zu Boden. Auch gefährlich sind der ganze Sand und kleinen Steinchen, welche der Wind uns entgegen schleudert. Da heißt es sofort, sich vom Wind abwenden, das Gesicht schützen und mit Hilfe der Stöcke das Gleichgewicht behalten.
Im Zickzack geht es immer weiter hoch. Schließlich müssen wir das Blocksteinfeld queren. Kurz geht es runter. Langsam wird es auch immer heller. Dann folgt der letzte kurze Anstieg hoch auf die Moräne. Überwältigt bleiben wir stehen! Vor uns ragen die berühmten Torres Türme in den Himmel hoch. Es sind drei spitze, senkrechte Felszacken. Mehrere hundert Meter ragen sie in den Himmel hinauf. Beeindruckend!!
Mehr Sonne gab es leider nicht.
Wir steigen runter und können nun auch den See sehen. Als wir hier ankommen, ist es 4:30 Uhr. So haben wir nur 3.5 Stunden für den Aufstieg benötigt. Wow! Schnell suchen wir uns einen einigermaßen windgeschützten Platz. Wir ziehen alle Schichten von Kleidern an und machen es uns gemütlich. Da der Wind aber von allen Seiten kommt, werden wir regelmäßig von Sand und Steinchen besprüht. Sehr unangenehm. Etwa um 05:30 Uhr ist Sonnenaufgang. Leider spielen uns die Wolken einen Streich. Die Türme sind Wolkenfrei. Aber scheinbar hat es bei der Sonne einige Wolken. Erst später kommen ein paar Sonnenstrahlen auf die Türme. Die Rosaverfärbung bleibt aus und die Türme kommen auch nicht vollständig ins Sonnenlicht. Sehr schade! Kurz darauf Hüllen sich die Spitzen in den Nebel ein.
Die Deutschen brechen auf. Sie müssen noch den Bus am Nachmittag erreichen. In der Hoffnung, das die Türme sich nochmals zeigen, bleibe ich noch oben. In der Zwischenzeit suche ich noch den Geocache. Hier hat es tatsächlich eine Box. Der vorletzte Eintrag war im letzten März. Und Zufälle gibt es, der letzte Eintrag hat das Datum von Heute!
Nun kommt die Sonne endlich auch hier zum Vorschein. Leider bleiben die Spitzen im Nebel. Es sieht auch nich danach aus, dass sich das ändern wird. Deshalb beschließe ich um etwa 08:30 Uhr meinen Abstieg zu Beginnen. Alle anderen, welche den Sonnenaufgang verfolgt haben, sind schon längst verschwunden. Nun kommt langsam die nächste Gruppe von Leuten herauf. Beim Absteigen kommen mir sehr viele Wanderer entgegen. Es ist richtig mühsam. Nicht immer kann man kreuzen und dann muss ich warten. Auf dem gleichen Weg geht es wieder runter. Nur dass ich jetzt die Umgebung sehen kann. Eine wunderschöne Landschaft ist das hier. Beim Abstieg lasse ich mir Zeit. Ich mache viele Fotos und genieße die Natur. Kurz vor dem Refugio Chileno kommt mir das deutsche Ehepaar von gestern entgegen. Sie sind erst bei Tageslicht losgelaufen. Nach einem kurzen Wortwechsel geht es weiter. Beim Refugio sind gerade die Packpferde angekommen. Sie transportieren alles zu Refugio hoch. Beim letzten Aufstieg fliegt noch ein Kondor über mir vorbei. Leider kam er von hinten und bis ich die Kamera zur Hand habe, ist er zu weit entfernt. Hier treffe ich ein anderes deutsches Pärchen. Mit ihnen zusammen laufe ich zurück zum Camp. Etwa um 13:30 Uhr komme ich dort an. Das Wetter hat sich geändert. Es ist sehr warm, die Sonne scheint und die Wolken haben sich aufgelöst. Die Türme sind nun auch zu sehen. Die Leute, welche später hochkamen, sehen sie nun im Sonnenlicht. Das ist Schicksal! Das Wetter in Patagonien ist unberechenbar.
Zuerst suche ich mir einen besseren Zeltplatz. Tatsächlich finde ich einen, wo ich nachmittags Schatten habe. Zudem ist er auch besser vor dem Wind geschützt. Dann gehe ich duschen und esse etwas. Danach gehe ich zum Eingang, wo die Busse abfahren. Ich erfahre, dass mein geplanter Abstecher morgen möglich ist. Näheres dazu dann morgen.
Zurück im Camp versuche ich etwas zu schlafen. Schon nach einer Stunde muss ich es aufgegeben. Es ist einfach zu warm im Zelt. So gehe ich zum Refugio rüber. Dort lade ich mein iPhone auf. Dann lese ich ein wenig. Gegen sechs Uhr sehe ich dann das deutsche Ehepaar eintreffen. Wir verabreden uns für später zum Abendessen.
Das Essen ist sehr unterhaltsam. Anschließend verabschiede ich mich vom Ehepaar. Sie reisen morgen ab. Sehr müde gehe ich schlafen.
06.12.2018
Irgendwie habe ich die Nacht überstanden. Mehrmals wachte ich auf und dann rutschte ich wieder nach oben.
Heute Morgen ist es bewölkt. Dafür fast windstill. Etwa um 08:30 Uhr wanderte ich los. Die Strecke wird mit 6 Stunden angegeben. Bald verlasse ich den Wald. Nach einem kurzen Aufstieg, geht es lange und steil runter. Ein kurzes Stück geht der Wanderweg am Ufer des Sees entlang. Kurz geht es hoch und nach einer Stunde komme ich zum Camp und Refugio los Cuernos.
Dahinter folgt ein Aufstieg. Hier oben habe ich ein schönes Panorama vor mir. Unter mir liegt der See und dahinter sehe ich Hügel und Berge. Durch eine hügelige Landschaft geht es auf und ab weiter. Zweimal sehe ich einen Adler vorbei fliegen. An einem Bach mache ich meine Mittagspause.
Als ich gerade weiter gehen möchte, kommt ein deutsches Ehepaar zum Bach. Sie sind etwa sechzig Jahre alt. Wir kommen ins Gespräch und laufen nun zusammen weiter. Auf und ab bleibt die Devise. Immer noch laufen wir am See entlang. Einfach ein wenig erhöht. Bei einem großen Felsen machen wir eine lange Pause. Inzwischen ist ein wenig Wind aufgekommen. Dafür scheint nun auch die Sonne. Die Wolken verziehen sich immer mehr. Während der Pause sahen wir etwa 20 Kondore vorbei gleiten! Manche weit oben und andere relativ nahe. Leider kamen die Kondore, welche tiefer flogen, meist von hinten. Bis ich sie sah und den Fotoapparat zur Hand hatte, waren sie schon wieder weiter weg. Es ist schwer ein gutes Foto von diesen Tieren zu machen. Wow, was für eine Show! Ich könnte Ihnen Stundenlang beim Segeln zusehen. Sie gleiten so mühelos durch die Luft.
Irgendwann müssen wir leider weiter gehen. Über die Hügel geht es weiter. Langsam verlassen wir den See. Plötzlich stehen wir an einem Bach. Hier hat es keine Brücke. Über Steine hüpfen geht auch nicht. Da gibt es nichts anderes, als Schuhe ausziehen und in den Crocs durchs kalte Wasser laufen. Das Wasser ist zum Glück nicht mal knietief. Schuhe anziehen und weiter geht es. Die nächsten Bäche haben dann wieder eine Brücke. Das Hotel kommt langsam näher. Wir treffen eine Gruppe hoch zu Pferde. Vorbei geht es am Hotel und neben der Straße entlang zum Campingplatz. Das letzte Stück hat sich sehr in die Länge gezogen. Um 17:30 Uhr kommen wir im Campingplatz las Torres Central an. Wir registrieren uns beim Office und ich gehe nun einen Zeltplatz suchen. Gar nicht so einfach. Es stehen schon viele Zelte und die besten Plätze sind schon vergeben. Daher stelle ich mein Zelt nicht gerade am besten Platz auf. Es ist nicht windgeschützt und die Heringe kriege ich nicht richtig in den Bode rein. Schnell richte ich das Zelt ein. Eigentlich wollte ich nun duschen gehen. Leider hat es eine lange Warteschlange. Da lasse ich es lieber bleiben. Kochen darf man auf den Tischen im Camp oder im sehr kleinen Kochzelt. Da es aber stark windet, hat es auch beim Kochen eine Warteschlange. So gehe ich zusammen mit den Deutschen im Refugio essen. Das Menü schmeckt gut. Hier hat es auch einen kleinen Laden. Außer Süßigkeiten, Chips und Nudeln, gibt es aber nichts essbares. Das iPhone kann man hier auch aufladen. Nach dem Essen gehe ich müde schlafen. Der Wind beruhigt sich erst nach Sonnenuntergang.
05.12.2018
Um 05:30 Uhr klingelte mein Wecker. Ich stand auf und aß einen Riegel. Dann packte ich alles zusammen. Was für ein Wetter. Wolkenloser und knallblauer Himmel! Die Berge wurden schon von der Sonne angestrahlt. Wow, was für ein Panorama! Schon um 06:30 Uhr wanderte ich los. Es stand ein langer Tag auf dem Programm.
Durch hügeliges Land lief ich auf und ab. Einmal sehe ich einen Hasen und einen kleinen Greifvogel. Da es windstill ist, ist es angenehm warm. Viele Bäche kreuzen meinen Weg. An sumpfigen Stellen sind Holzstege angebracht. Bald entfernt sich der Weg vom großen See. Dafür komme ich an einem sehr schönen kleinem See vorbei. Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Wieder einmal geht es gemütlich hoch. Das Bergpanorama wird immer besser. Ich komme nun in den Wald hinein. Bald folgt ein großer Bach. Eine Hängebrücke führt mich ans andere Ufer. Dort befindet sich das Camp Italiano. Kurz nach neun Uhr komme ich dort an. Den großen Rucksack lasse ich hier. Nur den kleinen mit meinem Mittagessen, etwas zu trinken und warme Kleider nehme ich mit mir mit. Natürlich auch meine Fotoausrüstungen und meine Dokumente und das Geld.
Etwa 20 Minuten später wandere ich los. Es geht rauf ins Valle de Frances. Steil geht es los. Über viele Steine muss ich steigen. Bin ich froh, nur leichtes Gepäck dabei zu haben! Auf der linken Seite sehe ich immer wieder einen Berg, welcher mit großen Gletschern bestückt ist. Ein traumhafter Anblick. Ich höre auch öfters ein rumpeln. Dann kommen Lawinen runter. Sehr beeindruckend! Zum Glück bin ich auf der anderen Talseite. Rechts von, oder besser gesagt über, mir, erheben sich die Cuernos. Das Wort bedeutet übrigens Hörner.
Weiter geht es hoch zu einem Aussichtspunkt. Von hier sehe ich den Berg mit seinen Gletschern, die Cuernos, das Valle de Frances mit seinen spitzen Felsen und wenn ich zurück schaue, den See mit vielen Inseln. Wow, ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus! Was für eine Aussicht! Irgendwie finde ich nicht die richtigen Worte dafür. Irgendwann reiße ich mich von dem Anblick los. Es folgt ein gemütlicher Teil der Wanderung. Durch den Wald geht es auf und ab weiter. Allerdings hat es immer wieder Hindernisse in Form von Wurzeln und Steinen. Mehrmals geht es runter zu einem Bach und dann wieder hoch. Immer folgen wir dem rauschendem Wildbach. Auf dieser Strecke sind sehr viele Wanderer unterwegs. Endlich erreiche ich das ehemalige Camp Britanico. Nun folgt das letzte, sehr steile Stück, hoch zum Aussichtspunkt. Einige Male muss ich meine Hände zur Hilfe nehmen. Richtig steil geht es hier rauf. Endlich um 12:15 Uhr stehe ich am Aussichtspunkt. Wow, was für ein 360 Grad Panorama. So viele Berge sind zu sehen. Hohe und spitze Felstürme ragen in den Himmel. Das Tal ist hier zu Ende. Nach den ersten Fotos und Filmen, esse ich mein Mittagessen. Danach lasse ich die Eindrücke auf mich wirken. Ich bin überwältigt von so viel Schönheit! Der Mensch kann niemals so etwas schönes kreieren, wie es die Natur schafft.
Ich mache noch viele Fotos. Ein paar meiner Mitwanderer kommen auch zum Aussichtspunkt. Wir plaudern ein wenig zusammen. Um 14:00 Uhr muss ich mich von dem tollen Panorama losreißen. Der Abstieg seht an. Fast ein wenig zu schnell steige ich runter. Für meine Knie ist das nicht so gut. Zum Glück habe ich meine Stöcke dabei. Halb unten treffe ich zwei Mitwanderer von mir. Zusammen mit dem Pärchen laufe ich weiter. Zurück im Camp packen wir alles wieder in den großen Rucksack rein. Diesen Schultern wir wieder und weiter geht es. Kurz geht es runter und dann wieder hoch. Von hier haben wir nochmals einen schönen Ausblick auf den See. Das letzte Stück geht wieder runter und ein wenig flach weiter. Im Wald erreichen wir um 17:00 Uhr das Camp Frances. Inzwischen ist der Himmel bewölkt. Hier hat es nur Plattformen für die Zelte. Mein Zelt ist aber nicht freistehend und ich habe keine lange Zeltleinen. Mir wird ein Platz am Boden zugewiesen. Leider ist der nicht gerade ideal, um ein Zelt aufzubauen. Er ist sehr schief, hat viele kleine Steinchen und Wurzeln am Boden. Die Heringe kriege ich nicht einmal zur Hälfte in den Boden rein. Immerhin bläst der Wind nicht so stark , hier im Wald. In der Zwischenzeit wehen richtig starke Windböen über die Baumwipfel. Mehr schlecht als recht, steht am Ende mein Zelt da. Hoffentlich kommt kein Regen.
In diesem Camp hat es ein Gebäude mit Toiletten und Duschen. Fürs Kochen gibt es nur ein kleines Zelt. Man darf auch auf den Plattformen Kochen. Das ist alles, was vorhanden ist. Ich koche und esse mein Abendessen. Dann erledige ich meine Abendtoilette. Da es windet und somit wieder kalt ist, gehe ich recht früh ins Zelt. Das wird eine lustige Nacht werden. Ich Rutsche zum Fussende runter. Ein paar heftige Windböen schütteln mein Zelt durch. Noch halten die Heringe. Später legt sich der Wind ein wenig. Hoffentlich bleibt es trocken. Und nun gute Nacht.
Abonnieren
Posts (Atom)