Donnerstag, 30. Juli 2026

Colorado Trail 2026: 7. Tag

Heute früh muss ich noch zur Post. Die macht leider erst um 07:30 Uhr auf. Pünktlich bin ich dort und kann mein Paket versenden. Der Rucksack fühlt sich auch viel besser an. Es geht zurück zur Straße, welche zum Pass hochfährt. Dort stelle ich mich hin und halte den Daumen hoch. Es fahren viele Autos vorbei, aber keines hält an. Ich stehe vor einer Tankstelle, so kann ein Auto besser anhalten. Plötzlich kommt von der Tankstelle jemand auf mich zu. Er nimmt mich mit zum Pass hoch. Es hat etwa 20 Minuten gedauert, bis ich eine Fahrt hatte. Der Fahrer hat zwei Hunde dabei. Er ist Campingwart und geht seine Post abholen. Dazu fährt er 60 Kilometer hin und wieder zurück. Beim Pass setzt er mich ab. 
Dort mache ich mich bereit für meine Wanderung. 
Es ist heute bewölkt. Zwischendurch scheint aber auch die Sonne. Beschwingt laufe ich los. Der Rucksack ist wirklich einiges leichter. Es geht in den Wald hinein. Dort sehe ich mehrere Tipis aus Holzstämmen. Eigenartig. Keine Ahnung wozu die gut sind. Sie stehen auf schiefem Untergrund und Wasserdicht sind sie auch nicht. 
Der Trail stieg etwas und ging dann wieder runter. Beim runtergehen kam ich aus dem Wald raus und hatte eine wunderschöne Aussicht. Dazu gab es einige Blumen am Wegrand. So gefällt mir das Wandern. 






Bis auf ein paar Biker treffe ich heute niemanden. Ein Biker ist auch auf dem Trail unterwegs. Ihn sehe ich mehrmals und wir unterhalten uns immer etwas. 
Ich erreiche in einem Espenwald einen Bach. Dort fülle ich meine Flasche auf. So muss ich heute nicht so viel Wasser schleppen. 
Es geht kurz rauf und runter. Wieder durch Wiesen und die Aussicht bleibt sehr schön. Bei einem weiteren Bach trinke ich nochmals und fülle die Flasche auf. 
Es folgt ein sehr langer Aufstieg. Etwa 600 Höhenmeter rauf zum Georgia Pass. Fast die ganze Strecke gehe ich im Wald. Auf halber Höhe fangen meine Schultern wieder an zu protestieren. Bei einem kleinen Bach mache ich Mittagspause. 
Dann geht es weiter rauf. Kurz vor dem Pass hört der Wald allmählich auf und der Pass ist Baumfrei. Es wäre ein tolles Panorama hier oben. Zur Zeit sieht es aber etwas bedrohlich aus. Ein Gewitter zieht durch. Ich bleibe im Schutz der Bäume stehen und warte. 

Das gröbste zieht zum Glück in eine andere Richtung davon. Bald ist das Gewitter vorbei und der Regen hört auch auf. So wage ich den weiteren Aufstieg zum Pass. Sogar die Sonne zeigt sich mal wieder. 


Vom Pass hat man eine tolle Aussicht! Kurz nach dem Pass (3608 Meter hoch), der bisher höchste Punkt, treffe ich auf dem CDT(Continental Divide Trail). Nun gehen beide Wege zusammen weiter. In zügigem Tempo wandere ich nun wieder runter. Alles im Wald drin. Hier scheint ein starker Wintersturm getobt zu haben. Es liegen viele Bäume am Boden. Der Weg ist aber frei geräumt worden. Es zieht nochmals ein Gewitter durch. Ich stelle mich wieder unter einen trockenen Baum. Dann wandere ich weiter. Es gibt Elchkot. Leider sehe ich aber keinen Elch. 
Elchkot


Spuren vom Gewitter 

Endlich gegen18:30 Uhr erreiche ich den Talboden mit einem Bach und Zeltplätzen. Zwei Zelte sehe ich stehen. Die Leute sind aber schon im Zelt drin. Bei dem Wetter auch verständlich. 
Auf der Strecke heute sah ich überall farbige Bänder Montiert. Ich wunderte mich schon, was das soll? Nun kommen mir Trailrunner entgegen. Scheinbar findet ein Rennen statt. Die laufen 320 Kilometer durch die Berge. Und das bei dem Wetter. 
Ich suche mir schnell einen Platz fürs Zelt. Es donnert schon wieder. Gerade noch schaffe ich es das Zelt aufzubauen und alles rein zu stellen. Dann fängt der Weltuntergang an. Es donnert und blitzt ganz heftig. Dazu schüttet es aus Eimern. So etwas habe ich noch nie erlebt. Es kracht zwei dreimal gewaltig. Natürlich fließt das Wasser wieder unter mein Zelt. Irgendwie schaffe ich es nicht einen guten Platz zu finden. Oder es gibt auf Waldboden einfach keinen guten Platz. Keine Ahnung. Bin ich froh mitten im Wald zu sein. Das Gewitter scheint eine Zeitlang über uns stehen zu bleiben. Nach einer Stunde ist es endlich vorbei und der Regen hört auf. Ich gehe raus und spanne das Zelt noch etwas besser ab. Dann hole ich noch Wasser. Endlich kann ich etwas essen und das Wasser unter meinem Zelt versickert im Boden. Immer noch kommen Läufer vorbei. In Kurzen Hosen und Tshirt. Dabei hat es ganz schön abgekühlt. Wo die wohl Schutz fanden? Die haben auch nur einen Trailrunner Rucksack dabei. Keine Ahnung wo die Schlafen. 
Ich richte mein Bett her und gehe sehr müde schlafen. Es war ein langer Tag. Die längste Etappe bisher. 

Mittwoch, 29. Juli 2026

Colorado Trail 2026: Pause

Heute am Sonntag den 26.07. mache ich Pause. Ich wasche meine Wäsche und nehme ein Bad. Mein Zimmer hat eine kleine Wanne. Dann sortiere ich alles. Ich muss ein paar Sachen weiter schicken. Der Rucksack ist einfach zu schwer. Etwa zwei Kilos werde ich so noch los. Dann gehe ich einkaufen. Ich brauche etwas zu Essen und trinken für heute. Der nächste Abschnitt ist zum Glück nur zwei Tage lang. So sollte ich definitiv einen leichteren Rucksack haben. Mission erfüllt. Den Rest des Tages erhole ich mich. 
Übrigens war diese Stadt Vorbild für die Serie South Park. 

Colorado Trail 2026: 6. Tag

Um etwa 07:30 Uhr wanderte ich los. Die andere Wanderin war schon weg. Es ging etwas rauf. Das Wetter war wieder schön. Beim nächsten Bach traf ich sie wieder und ich aß eine Kleinigkeit. 



Es folgte ein langer Abstieg. Herrlich! Mal im Wald, dann wieder durch eine Wiese. Es gibt tolle Aussichten zu bestaunen. Der Himmel verdunkelt sich allmählich, ich höre auch mal weit entfernt etwas Donner, es bleibt aber bei ein paar Tropfen. Die Wanderin und ich treffen uns immer mal wieder. Sonst sah ich nur Biker. 



Meine Richtung



Schließlich wird es flacher. Ich höre immer mehr Autos. Durch einen Espenwald wandere ich zum Kenoshapass. Dort führt eine vielbefahrene Straße drüber. Es hat auch einen Campingplatz. Ein Kartonschild weißt mich zu einem Platz. Dort gibt es Trailmagic. Eine Wanderin ist an diesem Wochenende dort und hat Getränke, Wasser und Snacks für die Wanderer dabei. So cool. Die andere Wanderin ist auch dort. Die Trailangelin fährt uns sogar runter in die Stadt. Ich bin froh, dass ich nicht Autostop machen musste. In Fairplay finde ich auch ein Zimmer für zwei Nächte. Meine Schultern brauchen eine Pause. Noch kurz einkaufen und nach einer Dusche falle ich ins Bett. 
Irgendwo da unten liegt Fairplay. Die Ebene liegt auf etwa 3000 Metern. 





Colorado Trail 2026: 5. Tag

Start war heute um 07:15 Uhr. Es ging weiter rauf. Mal durch Espenwald, dann wieder durch Nadelwald. Die Espenwälder sind sehr Grün. Es wächst viel Gras und es hat viele Blumen am Boden. 

Manchmal hat es auch Hindernisse in Form von Bäumen. Dann heißt es außen rum oder drüber hinweg. Die meisten Stämme wurden allerdings beseitigt. 
Endlich bin ich zuoberst angekommen und es geht ein wenig runter. Das Gefällt mir viel besser. Ich Treffe hier Tageswanderer und quatsche mit ihnen. Da holt mich meine Mitwanderin wieder ein. Zusammen steigen wir runter zu einer großen Lichtung. Sie ist nicht sehr breit, aber sehr lang gezogen. Es hat einen Bach und ist sehr Grün. Perfektes Terrain für Elche. Leider sehen wir keine. An einem Seitenbach machen wir Mittagspause. 
Anschließend folgen wir mehrere Kilometer dieser Ebene. Der Wanderweg geht am Rand entlang. Immer in Reichweite des Waldes. Einmal zieht ein kurzes, aber heftiges Gewitter durch. Wir stellen uns im Wald unter. Es fallen sogar ein paar kleine Hagelkörner. Anschließend geht es weiter und wir sehen unten am Bach eine Hirschkuh. Auch Enziane sehe ich hier. 



Später sehen wir nochmals eine Hirschkuh. Diesmal am Waldrand. 
Das Tal endet langsam und es geht zurück in den Wald. Es folgt ein kleiner Aufstieg und dann geht es runter zu einem Bach. Hier bleibe ich für die Nacht. Meine Begleiterin wandert noch weiter und wir verabschieden uns. Ich werde sie vermutlich nicht wieder sehen, da ich eine Pause einlege und sie weiter geht. Ich richte nun mein Lager ein. Gerade wollte ich Wasser holen, da fängt es an zu regnen. Ich schlüpfe ins Zelt. Nun kommt noch eine Wanderin und stellt ihr Zelt auf. Ich hatte sie schon im zweiten Camp getroffen.
Bald hört der Regen wieder auf und ich hole nun Wasser und mache mein Abendessen. Wir quatschen noch etwas. Dann fängt es wieder an leicht zu regnen und wir verziehen uns ins Zelt. Nach etwa einer Stunde hört der Regen wieder auf. Es ist aber schon Zeit zum Schlafen. 

Montag, 27. Juli 2026

Colorado Trail 2026: 4. Tag

Etwa um 07:30 Uhr war ich startklar. Das Zelt habe ich mit einem Lappen abgewischt. Es war wieder wunderschönes Wetter. Nur ganz kleine Wölklein am Himmel. Es ging leicht runter zu einem kleinen Bach. Dort machte ich eine kurze Pause. Ein Kolibri landete direkt neben mir im Wasser und wusch sich. Dann war er auch schon wieder weg. 
Es folgte ein kurzer Anstieg. Die Gegend ist wunderschön. Es geht durch den Wald aber überall hat es große Felsen. 



Zwischendurch habe ich auch mal ne schöne Aussicht. Nach einem weiteren kurzen Anstieg geht es lange runter. Hier sehe ich zwei Hirsche. Dann holt mich meine Wanderkollegin wieder ein und zusammen geht es weiter. Im Tal kommen wir zu einem schönen Bach. Hier machen wir unsere Mittagspause. 
Es folgt ein steiler Aufstieg. Kurz vor einem Parkplatz fängt es an zu regnen. Schnell ziehen wir unsere Regenjacken an. Beim Parkplatz hat jemand Wasserflaschen deponiert. Sehr freundlich. So mussten wir das Wasser nicht so weit hochtragen. 

Nun ist der Rucksack aber wieder sehr voll und schwer. Weiter geht es. Der Regen lässt zum Glück etwas nach. Eine halbe Stunde später hört es ganz auf. Immer noch geht es rauf. Vorbei an einem Haus. Endlich gegen 17:00 Uhr erreichen wir Cold Stream. Etwas weiter geht es noch und dann stellen wir unser Zelt auf. Immerhin regnet es nicht mehr. 


Colorado Trail 2026: 3. Tag

Gestern ging ich früh schlafen. Heut wollte ich zeitig starten und so der Hitze zu entgehen. Um 06:30 wanderte ich los. Es ging gleich im Zickzack den Hügel rauf. Zunächst noch im Wald. Zudem schien die Sonne noch nicht hierher. So kam ich recht gut voran. Bald kam ich aus dem Wald raus. Nun folgte ein offenes Gelände, es stehen und liegen nur noch verkohlte Stämme herum. Es hat aber auch immer mal wieder einzelne Bäume, welche überlebt haben. Die Aussicht ist gut. Nun komme ich auch an die Sonne. 






Es wächst auch mal eine Blume. Bald geht es in einen Wald rein. Endlich etwas Abkühlung. Wasser hat es hier keines. Trotzdem sehe ich Spuren von Hirschen. Der Aufstieg ist nun nicht mehr so steil. Ich treffe hin und wieder Wanderer. Mal überhole ich sie und dann wieder kommen sie an mir vorbei. Dann hört der Wald auf und es geht zurück ins Waldbrandgebiet. Hier wächst schönes gelbes Grass. Es geht nur noch leicht auf und ab. Der Himmel verdunkelt sich nun immer mehr. Rundherum sind schwarze Wolken zu sehen. Und an den entfernten Hügeln sieht man Regenschleier. Hin und wieder wird auch hier die Sonne bedeckt. Noch scheint sie aber. Weit entfernt donnert es auch. 




Endlich so gegen ein Uhr komme ich zu einer Straße. Etwa 200 Meter weiter ist eine kleine Feuerwehrstation. Außen am Gebäude, an einer schattigen Stelle, hat es einen Wasserhahn. Wanderer und Biker dürfen hier ihre Wasserflaschen füllen. Der nächste Bach ist noch 6 Kilometer entfernt. Zu weit für mich, um heute noch bis dort zu laufen. Ich mache hier meine Mittagspause. Die andere Frau kommt auch hier her. Sie geht aber zu einer Post. Auch sie hat einen schweren Rucksack und will etwas heimschicken. Langsam kommt die Gewitterfront näher. 



Als es nun schon deutlich näher donnert, packe ich zusammen und laufe weiter. Es sind noch etwa drei Kilometer bis zu einem Parkplatz mit Toilette. Das sind aber immer Plumpsklos. Etwas entfernt vom Parkplatz stelle ich mein Zelt auf. Oder ich versuche es. Es tropft schon leicht. Es kommt plötzlich Wind auf. Und so reist der Wind die Heringe immer wieder raus. Steine hat es auch fast keine. Endlich steht mein Zelt.  Keine Minute zu früh. Ich schaffe es gerade noch, den Rucksack ins Zelt zu schmeißen und hinterher zu sprinten. Dann geht das Gewitter los. Es donnert immer wieder heftig. Blitze sehe ich aber nur einen. Zum Glück bin ich im Wald. Dann schüttet es wie aus Kübeln. Leider zieht eine Windböe wieder einen Hering heraus. Ich muss nochmals raus und das Zelt besser befestigen. Sonst habe ich alles nass. Ich suche noch mehr Steine und nehme auch dicke Äste zur Hilfe. Schließlich ist das Zelt endlich sicher und ich kann wieder rein krabbeln. Inzwischen bin ich natürlich bis auf die Haut durchnässt. Ich ziehe die nassen Sachen aus und versuche mich etwas zu trocknen. Kalt ist es ja nicht. Dann sehe ich, dass das Wasser unter mein Zelt fließt. So kauere ich mich in der Mitte hin. Dort ist es noch trocken. Endlich nach einer gefühlten Ewigkeit, in Wirklichkeit war es nur etwas länger als eine halbe Stunde, lässt der Regen langsam nach. Das Donnern hört auch auf. Als es fat trocken ist verlasse ich das Zelt und schaue mich um. Das Wasser versickert zum Glück schnell. Trotzdem ziehe ich zur Sicherheit einen Graben ums Zelt herum. Danach gehe ich zur Toilette. Dort finde ich die andere Wanderin. Sie kam per Autostop direkt zum Parkplatz und hat das Gewitter in der Toilette verbracht. So blieb sie trocken. Zusammen gehen wir zu meinem Zelt zurück und sie stellt ihr Zelt in der Nähe auf. Inzwischen kommt die Sonne wieder raus. Ich hänge alles zu trocknen auf. Das Gewitter zog um 16:00 Uhr durch. Es gibt noch einen schönen Regenbogen. 
Die Kleider werden nicht mehr ganz trocken und ich nehme sie noch feucht mit ins Zelt. So gegen Mitternacht regnet es nochmals leicht. Etwa eine Stunde lang.