Heute früh muss ich noch zur Post. Die macht leider erst um 07:30 Uhr auf. Pünktlich bin ich dort und kann mein Paket versenden. Der Rucksack fühlt sich auch viel besser an. Es geht zurück zur Straße, welche zum Pass hochfährt. Dort stelle ich mich hin und halte den Daumen hoch. Es fahren viele Autos vorbei, aber keines hält an. Ich stehe vor einer Tankstelle, so kann ein Auto besser anhalten. Plötzlich kommt von der Tankstelle jemand auf mich zu. Er nimmt mich mit zum Pass hoch. Es hat etwa 20 Minuten gedauert, bis ich eine Fahrt hatte. Der Fahrer hat zwei Hunde dabei. Er ist Campingwart und geht seine Post abholen. Dazu fährt er 60 Kilometer hin und wieder zurück. Beim Pass setzt er mich ab.
Dort mache ich mich bereit für meine Wanderung.
Es ist heute bewölkt. Zwischendurch scheint aber auch die Sonne. Beschwingt laufe ich los. Der Rucksack ist wirklich einiges leichter. Es geht in den Wald hinein. Dort sehe ich mehrere Tipis aus Holzstämmen. Eigenartig. Keine Ahnung wozu die gut sind. Sie stehen auf schiefem Untergrund und Wasserdicht sind sie auch nicht.
Der Trail stieg etwas und ging dann wieder runter. Beim runtergehen kam ich aus dem Wald raus und hatte eine wunderschöne Aussicht. Dazu gab es einige Blumen am Wegrand. So gefällt mir das Wandern.
Bis auf ein paar Biker treffe ich heute niemanden. Ein Biker ist auch auf dem Trail unterwegs. Ihn sehe ich mehrmals und wir unterhalten uns immer etwas.
Ich erreiche in einem Espenwald einen Bach. Dort fülle ich meine Flasche auf. So muss ich heute nicht so viel Wasser schleppen.
Es geht kurz rauf und runter. Wieder durch Wiesen und die Aussicht bleibt sehr schön. Bei einem weiteren Bach trinke ich nochmals und fülle die Flasche auf.
Es folgt ein sehr langer Aufstieg. Etwa 600 Höhenmeter rauf zum Georgia Pass. Fast die ganze Strecke gehe ich im Wald. Auf halber Höhe fangen meine Schultern wieder an zu protestieren. Bei einem kleinen Bach mache ich Mittagspause.
Dann geht es weiter rauf. Kurz vor dem Pass hört der Wald allmählich auf und der Pass ist Baumfrei. Es wäre ein tolles Panorama hier oben. Zur Zeit sieht es aber etwas bedrohlich aus. Ein Gewitter zieht durch. Ich bleibe im Schutz der Bäume stehen und warte.
Das gröbste zieht zum Glück in eine andere Richtung davon. Bald ist das Gewitter vorbei und der Regen hört auch auf. So wage ich den weiteren Aufstieg zum Pass. Sogar die Sonne zeigt sich mal wieder.
Vom Pass hat man eine tolle Aussicht! Kurz nach dem Pass (3608 Meter hoch), der bisher höchste Punkt, treffe ich auf dem CDT(Continental Divide Trail). Nun gehen beide Wege zusammen weiter. In zügigem Tempo wandere ich nun wieder runter. Alles im Wald drin. Hier scheint ein starker Wintersturm getobt zu haben. Es liegen viele Bäume am Boden. Der Weg ist aber frei geräumt worden. Es zieht nochmals ein Gewitter durch. Ich stelle mich wieder unter einen trockenen Baum. Dann wandere ich weiter. Es gibt Elchkot. Leider sehe ich aber keinen Elch.
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| Elchkot |
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| Spuren vom Gewitter |
Endlich gegen18:30 Uhr erreiche ich den Talboden mit einem Bach und Zeltplätzen. Zwei Zelte sehe ich stehen. Die Leute sind aber schon im Zelt drin. Bei dem Wetter auch verständlich.
Auf der Strecke heute sah ich überall farbige Bänder Montiert. Ich wunderte mich schon, was das soll? Nun kommen mir Trailrunner entgegen. Scheinbar findet ein Rennen statt. Die laufen 320 Kilometer durch die Berge. Und das bei dem Wetter.
Ich suche mir schnell einen Platz fürs Zelt. Es donnert schon wieder. Gerade noch schaffe ich es das Zelt aufzubauen und alles rein zu stellen. Dann fängt der Weltuntergang an. Es donnert und blitzt ganz heftig. Dazu schüttet es aus Eimern. So etwas habe ich noch nie erlebt. Es kracht zwei dreimal gewaltig. Natürlich fließt das Wasser wieder unter mein Zelt. Irgendwie schaffe ich es nicht einen guten Platz zu finden. Oder es gibt auf Waldboden einfach keinen guten Platz. Keine Ahnung. Bin ich froh mitten im Wald zu sein. Das Gewitter scheint eine Zeitlang über uns stehen zu bleiben. Nach einer Stunde ist es endlich vorbei und der Regen hört auf. Ich gehe raus und spanne das Zelt noch etwas besser ab. Dann hole ich noch Wasser. Endlich kann ich etwas essen und das Wasser unter meinem Zelt versickert im Boden. Immer noch kommen Läufer vorbei. In Kurzen Hosen und Tshirt. Dabei hat es ganz schön abgekühlt. Wo die wohl Schutz fanden? Die haben auch nur einen Trailrunner Rucksack dabei. Keine Ahnung wo die Schlafen.
Ich richte mein Bett her und gehe sehr müde schlafen. Es war ein langer Tag. Die längste Etappe bisher.
Super, wünschen dir weiterhin eine schöne Reise.
AntwortenLöschenDankeschön. Ich wünsche Otti alles gute bei der OP und gute Erholung und euch einen schönen Sommer mit etwas Regen.
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