Freitag, 31. Juli 2026

Colorado Trail 2026: 9. Tag

Ich werde noch eine Nacht im Motel bleiben. Die nächste Etappe ist nämlich die einzige, welche ich ohne den großen Rucksack laufen kann. Das nutze ich natürlich aus. 
Um sieben Uhr gehe ich frühstücken. Eine halbe Stunde später gehe ich zur Bushaltestelle. Dort treffe ich meine zwei Mitwanderinnen nochmals. Sie laufen allerdings heute schon weiter. Es ist noch eine Wanderin da. Sie hat das selbe vor wie ich und ich treffe sie ein paarmal auf der heutigen Etappe. Mit dem Bus fahren wir nach Copper Mountain. Diese Etappe laufe ich Richtung Norden. Der Aufstieg ist zwar etwas steiler, dafür auch einiges kürzer. Da man nie weiß, wie das Wetter sich entwickelt, möchte ich so früh wie möglich auf der Scharte sein. Um 08:00 Uhr geht es los. Durch das Skiresort hindurch erreiche ich den Colorado Trail. Es geht etwas rauf. Zuerst durch die Skipiste und dann komme ich in den Wald. Heute ist es abwechselnd bewölkt und dann scheint wieder die Sonne. 
Bald geht es wieder runter zur Straße. Die muss ich überqueren. Es hat hier nicht viel Verkehr. Den Golfplatz lasse ich hinter mir. Auf dem großen Parkplatz scheint das Ziel von dem Rennen zu sein. Heute am vierten Tag werden wohl die ersten Läufer eintreffen. 
Jetzt beginnt der lange und steile Aufstieg. Zunächst im Wald. Beim Aufstieg hat es einige kleine Bäche welche auch Wasser haben. Mir kommen schon zwei Läufer entgegen. Sie haben es bald überstanden. Die armen sehen ziemlich erschöpft aus. Kein Wunder nach 320 Kilometern und etwa 12000 Höhenmetern. Der tiefste Punkt ist auf fast 3000 Metern. 
Für mich geht es weiter aufwärts. Mit leichtem Gepäck gelingt mir der Aufstieg einiges besser. 

Irgendwann komme ich aus dem Wald raus. Eine wunderschöne Landschaft zeigt sich mir. Es geht über grüne Wiesen weiter. Ich staune nur noch. Es erinnert mich an eine Aplwiese in der Schweiz. Kleine Blumen wachsen hier und Schmetterlinge fliegen umher. 




Die Aussicht ist auch fantastisch!



Es geht weiter rauf. Nun mit tollem Panorama. Endlich kurz vor dem Mittag erreiche ich den höchsten Punkt und somit den Übergang auf die andere Seite. Hier bin ich auf 3804 Metern. Und damit neuer höchste Punkt auf dem Colorado Trail. Seit ich aus dem Wald kam blies ein kalter Wind. Recht unangenehm. 




So machte ich nur ein paar Fotos und stieg noch etwas ab, bevor ich meine Mittagspause machte. Kurz nach dem Pass kam mir der nächste Läufer entgegen. Er fragte mich, ob es noch weit ist, bis zum Pass. Ich versicherte ihm, dass es nur noch ein paar Meter sind. Er wollte es mir nicht glauben. Dreimal hat er nachgefragt. Er war so erleichtert, dass im die Tränen kamen. Das war sehr berührend. 
Nach der Pause begann ich den langen Abstieg. 18 Kilometer geht es nun runter. Fast. Einmal geht es nochmals 100 Höhenmeter rauf. Der Abstieg beginnt wunderschön im alpinen Gelände. 




Es ist richtig grün hier. Immer wieder komme ich an Bächen vorbei. Ich kann mich kaum sattsehen. Langsam geht es zurück in den Wald. Die Waldgrenze scheint hier so bei 3600 Meter rum zu sein. 
In Serpentinen steige ich weiter ab. 





Immer wieder komme ich an Wiesen vorbei. Weiter unten scheint es mal einen Waldbrand gegeben zu haben. Es stehen nur noch Skelette herum, oder die Bäume sind schon umgefallen. Jedenfalls ist der Schatten hier rar. Und es wird wieder heiß. Ausgerechnet hier geht es nun nochmals rauf. 


Auf der andere Talseite scheint es zu regnen. Hier fallen nur ein paar Tropfen. 

Gegen 16:00 Uhr komme ich endlich im Tal an. Der Abstieg hat sich ganz schön in die Länge gezogen. Eine Unterführung bringt mich auf die andere Seite der Autobahn. Mit dem Bus geht es zurück zum Motel. 

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